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Protest in Berlin gegen Fluglärm und Abgase

Demonstranten aus der Region gingen in der Hauptstadt auf die Straße — Gespräch mit Christian Schmidt - 03.11. 19:00 Uhr

ANSBACH/FÜRTH  - Gegen die Belastung der Menschen in Westmittelfranken durch US-Militär-Fluglärm und die damit verbundenen Abgase, haben 50 Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative „Etz langt‘s“ aus Ansbach in Berlin protestiert - und dabei auf Unterstützung aus Fürth gesetzt.

„Etz langt‘s“: Vor dem Brandenburger Tor zeigten die Initiatoren Flagge für ihr Anliegen. Die Demonstranten beschallten die amerikanische Botschaft in unmittelbarer Nähe symbolisch mit Hubschrauberlärm.
„Etz langt‘s“: Vor dem Brandenburger Tor zeigten die Initiatoren Flagge für ihr Anliegen. Die Demonstranten beschallten die amerikanische Botschaft in unmittelbarer Nähe symbolisch mit Hubschrauberlärm.
Foto: privat
„Etz langt‘s“: Vor dem Brandenburger Tor zeigten die Initiatoren Flagge für ihr Anliegen. Die Demonstranten beschallten die amerikanische Botschaft in unmittelbarer Nähe symbolisch mit Hubschrauberlärm.
„Etz langt‘s“: Vor dem Brandenburger Tor zeigten die Initiatoren Flagge für ihr Anliegen. Die Demonstranten beschallten die amerikanische Botschaft in unmittelbarer Nähe symbolisch mit Hubschrauberlärm.
Foto: privat

Unterstützt wurde die Gruppe von Aktivisten aus dem Umfeld des US-Truppenübungsplatzes Grafenwöhr in der Oberpfalz. In den vergangenen Wochen hatten Pläne für eine heftige Diskussion gesorgt, Übungsflüge des amerikanischen Militärs von Ansbach und Illesheim nach Grafenwöhr und Hohenfels zu verlegen.

In Berlin verwahrte sich die Delegation aus Ansbach „entschieden“ gegen die Einschätzung, die Initiative fordere geradezu eine Verlagerung der Lärmplage in die Oberpfalz. „Wir lehnen das Sankt-Florians-Prinzip kategorisch ab und streben eine Verlegung der Flüge in unbesiedelte Gebiete der USA an“, heißt es in einer Erklärung von „Etz langt’s“ zu der Aktion in Berlin. Man bekenne sich zur Solidarität aller Bürger, die sich in dieser Frage engagieren.



In der Hauptstadt brandmarkten die Demonstranten aus der Region, dass gerade an nächtlichen Übungsflügen festgehalten werde. Die sei „unerträglich und menschenverachtend“. Besonders die arbeitende Bevölkerung und Kinder litten unter Schlafentzug und Konzentrationsstörungen. „Der Betrieb dieser Basen ist in unserer dicht besiedelten Region schlichtweg unverantwortlich.“

Gefahr für Status als Kurstadt?

 

In einem Gespräch mit Christian Schmidt, dem aus Fürth stammenden Staatssekretär im Verteidigungsministerium, machten die Mittelfranken deutlich, dass die permanenten Überflüge den Status von Bad Windsheim als Kurstadt gefährden. Außerdem sinkt der Wert der Grundstücke im Umfeld der Flugrouten.

Schmidt, so die Darstellung der Initiative, habe Verständnis für den Protest geäußert, gleichzeitig aber bekräftigt, dass eine spürbare und dauerhafte Entlastung der Bürger vorerst „kaum möglich“ sei.

Bei einem Treffen mit Luftwaffenoffizieren in Berlin habe ein Oberstleutnant eingeräumt, dass viele Tiefflüge von US-Kampfhubschraubern aus technischen Gründen gar nicht erfasst werden können.

Außerdem sei die Flugtätigkeit an US-Basen höher als an jenen der Bundeswehr. So fänden am Luftwaffenstützpunkt Roth nach 17 Uhr kaum noch Flüge statt, während in Ansbach und Illesheim gerade nachts die Belastung enorm sei.

Auf Nachfrage der Fränkischen Landeszeitung bezeichnete der Offizier diese Darstellung als verkürzt. So habe es in den ersten vier Monaten dieses Jahres in Ansbach nach 22 Uhr kaum Flugbewegungen gegeben, in Roth aber zu dieser Nachtzeit sehr viele. Auch könnten sehr wohl alle Flüge erfasst werden. Die Maschinen verschwinden nur manchmal vom Radarschirm, tauchen später aber wieder auf. Dadurch lasse sich jede Flugbewegung rekonstruieren.
  





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