Vor der Hauptuntersuchung

Autofahrer aufgepasst: Mit diesen zehn Tipps kommen Sie durch den TÜV

Johannes Lenz

Nordbayern-Redaktion

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19.3.2024, 10:06 Uhr
Am Ende einer erfolgreichen Hauptuntersuchung gibt es die ersehnte Plakette (Symbolbild).

© IMAGO/KH Am Ende einer erfolgreichen Hauptuntersuchung gibt es die ersehnte Plakette (Symbolbild).

Die Zahlen aus dem TÜV-Report 2024 sind erschreckend: Jedes fünfte Auto fällt wegen erheblicher oder gefährlicher Mängel durch die Hauptuntersuchung. Doch auch kleinere Unzulänglichkeiten können dazu führen, dass dem Pkw die Plakette verwehrt wird: Einer Statistik des Kraftfahrtbundesamtes aus dem Jahr 2021 zufolge besteht etwa jedes Dritte Auto die Hauptuntersuchung nicht. Dabei lässt sich dieses Ärgernis oft vermeiden, indem man das Auto selbst auf bestimmte Punkte hin überprüft, bevor es die Mitarbeiter von TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS tun. Das Portal "WerkstattTipp" und der Automobilclub ACV haben deshalb häufige Hindernisse auf dem Weg zu einer erfolgreichen Hauptuntersuchung zusammengefasst.

1. Unvollständige Papiere

Selbst wenn das Auto keinen Grund zur Beanstandung liefert: ohne vollständige Papiere kann die Hauptuntersuchung nicht bestanden werden. Halten Sie deshalb neben Ausweis und Führerschein die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein), die Prüfbescheinigung der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (ehemals Abgasuntersuchung) und gegebenenfalls eine Anbaubescheinigung bereit.

2. Mängel bei der Beleuchtung

Am häufigsten werden bei der Hauptuntersuchung Defekte an der Beleuchtung bemängelt. Dazu zählen beispielsweise die Scheinwerfer des Fahrzeugs, die Blinker oder die Kennzeichenbeleuchtung. Es empfiehlt sich deshalb, alle Lampen vor der HU zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Während sich einfache Glühlampen leicht selbst ersetzen lassen, fällt bei Xenon- oder LED-Scheinwerfern meist ein Gang in die Werkstatt an.

3. Blinkende Warnleuchten

Auch wenn es offensichtlich ist, sei es an dieser Stelle noch einmal erwähnt: Leuchtet eine Warnleuchte, beispielsweise ABS, Airbag oder Abgasreinigung, muss das Fahrzeug in die Werkstatt - vor der HU. Schließlich zeigt zum Beispiel die Airbag-Warnleuchte an, dass einer oder mehrere Airbags im Falle eines Unfalls nicht funktionieren würden. Überprüfen Sie im Zweifelsfall in der Bedienungsanleitung die Bedeutung der jeweiligen Warnleuchten. Der Ursprung manch blinkenden Lämpchens lässt sich selbst beheben, in anderen Fällen empfiehlt es sich, vor der HU die Werkstatt aufzusuchen.

4. Mängel an der Bremsanlage

Im Vorfeld der Hauptuntersuchung empfiehlt es sich, die Bremsschläuche, -scheiben, -leitungen und -trommeln auf ihre Funktionsfähigkeit hin zu überprüfen. Auch die Handbremse muss funktionieren. Ob genügend Bremsflüssigkeit im Ausgleichsbehälter vorhanden ist, sollten Sie ebenfalls kontrollieren. Zudem können auffällige Geräusche beim Bremsen auf Verschleißerscheinungen hindeuten: Reibende Geräusche etwa können ein Anzeichen dafür sein, dass die Bremsbeläge abgefahren sind.

5. Profiltiefe der Reifen

Ebenfalls leicht kontrollieren lässt sich der Zustand der Reifen, immerhin sind abgefahrene oder beschädigte Reifen ein häufiger Grund für eine nicht bestandene Hauptuntersuchung. Die Prüfer achten neben der richtigen Reifengröße, Kennzeichnung, Bauart und dem Alter vor allem auf die Profiltiefe - die muss mindestens 1,6 Millimeter betragen. Aber auch der allgemeine Zustand der Reifen ist ein Kriterium für die Prüfer, untersuchen Sie die Reifen deshalb auf eventuelle Risse, Beulen oder Schnitte. Abschließend sollten Sie den Reifendruck kontrollieren.

6. Frontscheibe und Spiegel

Besonders strenge Maßstäbe legen die Prüfer bei der Kontrolle der Windschutzscheibe an: Schließlich ist eine ungestörte Sicht unabdingbar für die Sicherheit im Straßenverkehr, außerdem spielt die Windschutzscheibe eine tragende Rolle hinsichtlich der Stabilität der Karosserie. Auch deshalb kann schon ein kleiner Steinschlag ausreichen, um bei der HU durchzufallen. Die Scheibenwischanlage muss ebenfalls einwandfrei funktionieren, dabei wird unter anderem der Zustand der Wischblätter überprüft. Kontrolliert wird auch die Funktionsfähigkeit der Spiegel - bei blinden Spiegeln gibt es Abzüge.

7. Fahrwerk und Lenkung

Wenn das Fahrwerk von den Richtlinien des Herstellers abweicht, kann das weitreichende Konsequenzen für die Lenkung, die Spur und die Bodenhaftung des Fahrzeugs zur Folge haben. Mit einem einfachen Trick lässt sich etwa das Spiel der Lenkung kontrollieren: Stellen Sie sich außen neben die Fahrertür und drehen Sie durch das offene Fenster hindurch am Lenker. Wenn sich das Lenkrad mehr als zwei Fingerbreiten weit drehen lässt, ohne dass die Räder sich mitbewegen, wird zum Besuch der Werkstatt geraten. Ein vibrierendes oder flatterndes Lenkrad kann ebenfalls auf Schäden der Lenkung hindeuten. Zudem können polternde und knackende Geräusche beim Lenken können ein Indikator für ein defektes Fahrwerk sein. Oft sind ausgeschlagene Traggelenke, Spurstangenköpfe oder Koppelstangen am Fahrwerk ausgeschlagen.

8. Motor und Getriebe

Eindeutiger Indikator für einen Motor- oder Getriebeschaden ist ein bunt schimmernder Ölfleck unter dem Fahrzeug. Sollten Sie einen solchen unter Ihrem Auto entdecken, suchen Sie nach der Problemstelle und beheben Sie diese. Zudem sollten Sie den Stand der Kühlerflüssigkeit überprüfen.

9. Vollständiger Verbandskasten

Auch, wenn Sie den Verbandskasten hoffentlich nicht brauchen: Kontrollieren sollten Sie ihn vor der Hauptuntersuchung auf jeden Fall, denn auch ein bemängelter Verbandskasten kann eine Nachuntersuchung zur Folge haben. Wichtig ist vor allem, dass der Inhalt dem aktuellen notfallmedizinischen Stand der StVZO entspricht und dass die Materialien ihr Ablaufdatum nicht überschritten haben. Auch eine Warnweste und ein Warndreieck muss vorhanden sein.

10. Hupt die Hupe?

Abhängig von der eigenen Fahrweise (und der anderer Verkehrsteilnehmer) kommt die Hupe mal seltener, mal häufiger zum Einsatz. In jedem Fall wird sie bei der Hauptuntersuchung überprüft - hupen Sie also vor der Fahr zu TÜV & Co., um sicherzustellen, dass sie auch funktioniert.