Mittwoch, 12.12.2018

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Am Karfreitag: Prozessionen und Messen zum Tod Jesu

Bamberger Erzbischof in Neunkirchen - Lebensgroße Figuren in Lohr am Main - 30.03.2018 15:54 Uhr

Während der Karfreitagsprozession in Lohr am Main werden lebensgroße Figuren von den Stationen des Leidens Jesu Christi durch die Stadt getragen. © Nicolas Armer/dpa


Mit Prozessionen haben die Gläubigen in verschiedenen Orten Bayerns am Karfreitag des Todes Jesu gedacht. Tausende Menschen kamen zu der Jahrhunderte alten Karfreitagsprozession in der unterfränkischen Stadt Lohr im Landkreis Main-Spessart am Main. Lebensgroße Figuren veranschaulichten die Stationen des Leidens und Sterbens Jesu.

An einer weiteren Prozession im oberfränkischen Neunkirchen am Brand nahm anlässlich ihres Jubiläums der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick teil - in dem Ort wurde die Prozession zum 350. Mal zelebriert. Schick sagte, das Kreuz müsse weiter in der Öffentlichkeit sichtbar bleiben. Es sei ein "Markenzeichen unserer Kultur und Zivilisation". Das Kreuz sei kein Zeichen des Todes, sondern Zeichen des Lebens, der Freude und des Friedens.

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Zum Tod Jesu: Karfreitagsprozession in Neunkirchen am Brand

Gläubige haben in Bayern am Karfreitag an den Tod und das Leiden Jesu erinnert. Bei der Prozession im oberfränkischen Neunkirchen am Brand nahm anlässlich des 350. Jubiläums der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick teil. Viele Christen hatten sich am Straßenrand versammelt um den Gedenkmarsch zu verfolgen.


Bei den Feierlichkeiten haben Kirchenvertreter in ganz Bayern zu Frieden und Zusammenhalt sowie gegen Hass aufgerufen. Ohne Freundschaft zwischen den Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenen Glauben gebe es in Deutschland keinen Zusammenhalt, sagte der Erzbischof von München und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. "Wir müssen offen sein für die Begegnung mit Muslimen", so Marx angesichts der aktuellen Islam-Debatte. Die Kirche lehne jede Form des Hasses ab, egal ob religiösen oder politischen. In ganz Bayern kamen Tausende zu Karfreitagsprozessionen.

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, "führe nicht weiter", hatte Kardinal Marx zuvor in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus gesagt. Artikel vier des Grundgesetz gewährleiste die Freiheit der Religionsausübung. Ihn störe es, wenn bei Muslimen nur über ihre Religion geredet werde: "Sie sind zuerst Menschen, und dann kommt das Adjektiv."

Plädoyer für friedliches Zusammenleben

Marx nahm zusammen mit Tausenden Gläubigen am Kreuzweg der Völker durch die Münchner Innenstadt teil. Dabei lasen Christen verschiedenster Herkunft Bibeltexte und sangen Lieder in ihrer Muttersprache, unter anderem auf Russisch, Vietnamesisch und Arabisch. Die Prozession sei ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt und dem ganzen Land, sagte der Kardinal.

"Hass und Gewalt sind nichts Normales", erklärte auch der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In seiner Predigt zu Karfreitag rief der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland zu Solidarität mit Verfolgten und Opfern von Gewalt auf. Der Weg der Gewaltfreiheit und der Liebe sei nicht naiv, sagte er unter Verweis auf die Worte Martin Luther Kings. "Lasst uns daran denken, wenn ganze Gruppen von Menschen in unserem Land ins Abseits gestellt werden sollen." 

dpa

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