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Brüder wegen brutalem Mord an Tante in Ansbach vor Gericht

Auf grausame Art und Weise sollen sie die 84-jährige getötet haben - 16.10.2017 16:31 Uhr

Die zwei Brüder mussten sich am Montag in Ansbach vor dem Landgericht verantworten. © colourbox


 Im Prozess vor dem Landgericht Ansbach um den Mord an einer Rollstuhlfahrerin hat ein 25-Jähriger seinen älteren Bruder schwer beschuldigt. Beim Prozessauftakt am Montag sagte er aus, sein 27 Jahre alter Bruder habe vor einem Jahr ihre 84-jährige Großtante getötet. Er habe ihn von der Tat abhalten wollen und "Hör auf, hör auf!" geschrien, sagte der 25-Jährige unter Tränen aus. Auf die Frage, warum er nicht eingegriffen habe, sagte er, er habe Angst vor seinem Bruder gehabt.

Laut Anklage sollen die Männer die Rollstuhlfahrerin am 3. Oktober 2016 in deren Haus in Feuchtwangen getötet haben, um an Geld zu kommen. Sie raubten demnach 200 bis 300 Euro. Der Anklage zufolge schlugen, würgten und traten die Brüder die wehrlose Frau und traktierten sie mit einer Holzlatte. Anschließend hätten die beiden sie die Treppe in den Keller hinuntergestürzt.

Nach den Worten des 25-Jährigen war allerdings allein sein Bruder für die Tat verantwortlich. Die Dauer der Tat habe sich "angefühlt wie eine Ewigkeit". Dann habe sein Bruder zu ihm gesagt: "Es war nicht die erste Alte, die ich umgenietet habe." Der Ältere habe ihn dann gezwungen, mit ihm das Blut wegzuwischen. Danach sei der 25-Jährige zu seiner Freundin gefahren.

25-jähriger betont gutes Verhältnis zur Tante

Die 84-Jährige war die Frau des Großonkels der Männer. Der 25-Jährige wohnte zur Tatzeit bei ihr im Haus und die Brüder nannten sie "Tante". Zu seiner Großtante habe er ein gutes Verhältnis gehabt, sagte der 25-Jährige, zu seinem Bruder dagegen nicht. Der 27-Jährige äußerte sich im Anschluss nicht zu den Vorwürfen.

Nach Angaben eines Polizisten hatte der 27-Jährige kurz nach der Tat selbst die Polizei gerufen. Er sagte damals, er habe seine Tante schon länger nicht mehr gesehen und mache sich Sorgen um sie. Danach holte er einen Ersatzschlüssel für die Wohnung der Frau und rief später nochmals bei der Polizei an. Bei dem zweiten Anruf gab er an, seine Tante leblos aufgefunden zu haben. Den Ermittlern war jedoch schnell klar, dass an der Geschichte etwas nicht stimmen kann. Der Notarzt, der die Frau damals untersuchte, sagte als Zeuge aus: "Das Gesicht war vollkommen zertrümmert und blutüberströmt. Vieles sprach gegen einen natürlichen Tod." 

dpa

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