Freitag, 16.11.2018

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Missbrauchs-Prozess: Frau beschreibt Arzt als "herzlich"

Drei weitere Zeuginnen vernommen - Urteil wohl am 17. Januar - 09.01.2018 16:05 Uhr

Seit Anfang Dezember wird der Fall eines Arztes am Landgericht Ansbach verhandelt, der laut Anklage bis zu 122 Frauen misshandelt haben soll. © dpa


Im Missbrauchs-Prozess gegen einen Arzt vor dem Landgericht Ansbach hat eine frühere Patientin über ihre Beziehung zu dem Mediziner berichtet. "Er war immer sehr herzlich", sagte die 33jährige am Dienstag als Zeugin: "Es gab Umarmungen zur Begrüßung."  

Sie habe den 63-jährigen Mediziner schon seit ihrer Kindheit als Hausarzt gekannt. Von 2011 an sei sie dann wegen Problemen mit ihrem damaligem Mann bei ihm in Behandlung gewesen. Im Lauf der Behandlung habe er ihr in einer SMS geschrieben, dass er in sie verliebt sei. Auch sie habe Gefühle für ihn gehabt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation aus dem mittelfränkischen Feuchtwangen (Landkreis Ansbach) vor, das Vertrauensverhältnis zu drei seiner psychisch labilen Patientinnen ausgenutzt zu haben, um Sex mit ihnen zu haben – teilweise ohne sie zu behandeln. Während ihrer Beziehung sei es etwa 20 Mal zum Geschlechtsverkehr gekommen, sagte die 33jährige Zeugin weiter.

Sie habe gewusst, dass der Arzt gleichzeitig mit anderen Frauen Beziehungen führte. Sie habe darüber auch mit einer anderen Patientin gesprochen und die Beziehung schließlich jedoch nicht deshalb beendet, sondern weil der Arzt sie belogen habe. Die 33jährige sagte als einzige der drei geladenen Zeuginnen öffentlich aus. Die anderen beiden Frauen hatten den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Ein Urteil in dem Verfahren könnte es am 17. Januar geben. 

reg/dpa

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