Montag, 24.09.2018

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Morddrohungen gegen mittelfränkischen Klinikchef Nawratil

Verwaltungsrat zeigt sich betroffen über Vorfälle - Ermittlungen laufen - 06.07.2018 12:47 Uhr

Als Chef der Bezirkskliniken Mittelfranken ist Helmut Nawratil auch für die Frankenalb-Klinik (im Bild) verantwortlich. Nun wurde bekannt, dass der Klinikchef Morddrohungen erhalten haben soll. © Montage: nordbayern.de


Erst kürzlich hatte der Klinikvorstand erstmals gravierende Fehler eingeräumt, nun geht es um Morddrohungen: Im Zentrum stehen dabei zwei anonyme Schreiben und fünf Aufkleber, die auf dem weitläufigen Klinik-Gelände in Ansbach an verschiedenen Stellen angebracht waren. Entsprechende Informationen der Fränkischen Landeszeitung (FLZ) bestätigten jetzt sowohl die Staatsanwaltschaft, die Bezirksverwaltung als auch Nawratil selbst. Bei den Aufklebern handele es sich um ein achteckiges rotes Zeichen, auf dem unter Bezugnahme auf den Namen Nawratil mit einem Tötungsdelikt gedroht werde, erklärte Jonas Heinzlmeier, Sprecher der Ansbacher Staatsanwaltschaft.

Die anonymen Briefe bezögen sich auf Zeitungsartikel und beinhalteten beleidigende Passagen. Derzeit würden DNA-Spuren ausgewertet. Ergebnisse werden im Laufe des Monats erwartet. Die Justiz ist in dieser Sache bereits seit einiger Zeit aktiv. Nach FLZ-Informationen wurden die Aufkleber bereits im Mai/Juni entdeckt. Auf Anfrage erklärte Helmut Nawratil, er habe die Aufkleber im Rahmen seiner Anzeige gegen unbekannt zur Untersuchung der Polizei weitergeleitet. Zu den Vorgängen habe es, so der Klinikvorstand gegenüber der Zeitung weiter, seitens des Verwaltungsrates seit Ende Mai kein Statement gegeben. Er sehe es als problematisch, "wenn bei solchen Gewaltandrohungen im Verwaltungsrat keine klare Positionierung erfolgt".


Kommentar zu den Bezirkskliniken: Das Versagen der Kontrollinstanz


Richard Bartsch (CSU), Bezirkstagspräsident und Vorsitzender des Verwaltungsrates, erklärte, er selbst und der Verwaltungsrat seien in einer der vergangenen Sitzungen von Nawratil über die Vorgänge informiert worden. Das Gremium habe dies zur Kenntnis genommen. "Wir waren alle betroffen", schilderte Bartsch die Stimmungslage. So etwas sei in keiner Weise hinnehmbar und liege jenseits jeglicher politischer Auseinandersetzung.  

Fabian Hähnlein

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