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Dienstag, 18.09.2018

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Schwerer Verdacht in Franken: Kaufte Polizist Drogen?

Landeskriminalamt hat Ermittlungen aufgenommen - Beamter außer Dienst - 23.08.2018 20:07 Uhr

Bereits Ende Juni drängte sich der Verdacht auf, dass der Mann gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben könnte. Die Polizei spricht von einem "Anfangsverdacht", der sich jetzt jedoch erhärtet habe. Welche Drogen er kaufen wollte, ob als Konsument oder Weiterverkäufer und in welcher Situation - all das lässt die mittelfränkische Polizei zunächst offen. 

Die weiteren Ermittlungen übernahmen sofort Experten des Bayerischen Landeskriminalamt (LKA). Das Dezernat "Interne Ermittlungen" greift immer dann ein, wenn Beschäftigte der bayerischen Polizei einer Straftat verdächtigt werden, die sie im Dienst begangen haben sollen. Die Leitung der Ermittlungen hat die Ansbacher Staatsanwaltschaft. Der beschuldigte Polizist befindet sich seit mehreren Wochen bereits nicht mehr im Dienst. 

Er wollte von Dealer Kokain kaufen

Nach Informationen der Fränkischen Landeszeitung kannten die Fahnder gegenüber ihrem Kollegen kein Pardon. Am Ansbacher Bahnhof soll eine Spezialeinheit zugegriffen haben, als der Verdacht sehr konkret geworden war, dass der Kripobeamte von einem vermeintlichen Dealer Kokain kaufen wollte. Dabei handelte es sich jedoch um einen verdeckten Ermittler. 

Erst wenn ein mögliches strafrechtliches Verfahren abgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach disziplinarischen Konsequenzen. Eine Entscheidung seiner Vorgesetzten, den Beamten aus dem Landkreis Ansbach während des Verfahrens aus dem Dienst zu nehmen, soll bisher nicht nötig gewesen sein, weil sich der Beamte krankgemeldet hat. Er kam nach seiner vorübergehenden Festnahme und seiner Aussage wieder auf freien Fuß.

Mitte August hatte die Polizei mitgeteilt, dass einem Polizisten aus Westmittelfranken vorgeworfen wird, eine Frau sexuell belästigt zu haben. Auch er wurde vom Dienst suspendiert. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt es allerdings nicht, das teilte die Staatsanwaltschaft Ansbach am Freitag auf Anfrage mit.


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tl, FLZ E-Mail

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