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Dritter Nationalpark in Bayern: Spessart ist Favorit

Standortsuche geht in nächste Runde - Demos von Gegnern und Befürwortern - 09.02.2017 14:08 Uhr

Die Standortsuche für einen dritten Nationalpark im Freistaat geht in die nächste Runde. Gute Karten hat dabei die Region Spessart. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa


Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) will ein mögliches Gebiet für einen Nationalpark im Spessart vorstellen. Sie wolle am Freitag in Aschaffenburg "ein erstes Gebiet darstellen, in dem aus naturschutzfachlicher Sicht ein Nationalpark im Spessart vorstellbar wäre", erklärte die Ministerin. Scharf trifft sich am Freitag mit Landräten, Bürgermeistern und Mandatsträgern der Region.

Vier verschiedene Standorte im Gespräche - Spessart Favorit

Entschieden sei aber noch nichts, betonte Scharf. "Wir nehmen die offenen Fragen aus der Region auf und wollen am Freitag umfassend informieren und diskutieren." Zuvor wurden erste Gespräche mit Vertretern der Rhön (Unterfranken), sowie den beiden Donauregionen Neuburg-Schrobenhausen (Oberbayern) und Kelheim (Niederbayern) geführt. Lediglich ein Nationalpark im unterfränkischen Steigerwald, für den sich vor allem Naturschützer stark gemacht hatten, ist nach Angaben des Umweltministeriums vom Tisch.

Zustimmung für einen Nationalpark im Spessart kommt von der SPD. Ein Nationalpark würde "deutliche Impulse für die regionale Wirtschaft" setzen, erklärte der Spessart-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal. Auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) begrüßte den Vorschlag und verwies darauf, dass der Spessart eines der größten und ältesten Laubwaldgebiete Europas sei. "Aus Sicht des LBV ist der Spessart aus fachlichen Gründen eines der am besten geeigneten Gebiete."

Nationalpark soll in den Hochspessart

Wenn der dritte Nationalpark in Bayern in den unterfränkischen Spessart kommt, soll er im Hochspessart an der Schnittstelle der drei Landkreise Miltenberg, Aschaffenburg und Main-Spessart liegen. Das berichtet das Main-Echo und beruft sich auf das Umweltministerium. Die Zeitung veröffentlichte am Donnerstag eine Karte, die Grundlage für die nicht-öffentlichen Gespräche von Ministerin Ulrike Scharf (CSU) mit Mandatsträgern der Region am Freitag sein soll. Sie zeigt ein längliches Waldgebiet zwischen Altenbuch (Landkreis Miltenberg) und Rechtenbach (Landkreis Main-Spessart), das quer von der Autobahn 3 durchschnitten wird.

Das Ministerium wollte die Echtheit der Karte erst überprüfen und bestätigte sie zunächst nicht. Ein Sprecher sagte aber, der Flächenvorschlag des Ministeriums umfasse ein Gebiet von 10.900 Hektar Wald und sei damit nur knapp größer als die gesetzliche Mindestgröße für Nationalparks von 10.000 Hektar. Weitere, kleine Reduzierungen auf Wunsch der Anliegergemeinden seien darüber hinaus möglich.

Unterstützung und Gegenwind aus der Bevölkerung

Kritiker befürchten vor allem Einschränkungen der Forstwirtschaft. Der Vorsitzende der unterfränkischen FDP, Karten Klein, erklärte, Scharf müsse "ein juristisch fundiertes Konzept für die Wahrung der Holzrechte vorlegen".

Sowohl Befürworter wie auch Gegner eines Nationalparks Spessart haben für Freitag Demonstrationen in Aschaffenburg angekündigt. Die Gegner wollen mit einer Traktoren-Sternfahrt protestieren. Die Polizei rechnet dabei mit bis zu 200 teilnehmenden Fahrzeugen. An alle Demonstranten appellierte sie, "trotz aller emotionalen Betroffenheit dem Kerngedanken des friedlichen Protestes Rechnung zu tragen".

In Bayern gibt es bislang zwei Nationalparks, im Bayerischen Wald und in den Berchtesgadener Alpen. Beide wurden in den 1970er-Jahren ausgewiesen. Auf seiner Klausurtagung im Juli vergangenen Jahres hatte der bayerische Ministerrat beschlossen, einen dritten Nationalpark auszuweisen. 

dpa

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