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Adelsdorf: SPD-Politiker Jörg Bubel feierte seinen 70sten

Rückblick auf abwechslungsreiches Leben im Gemeinderat und Kreistag - 19.03.2017 15:00 Uhr

Aufgewachsen in der DDR, Flucht im Kofferraum, heimisch geworden im Aischgrund: Jörg Bubel blickt auf bewegte Zeiten zurück. © Nikolaus Spörlein


Als unbequemen Kommunalpolitiker, der kein Blatt vor den Mund nimmt, kennen ihn viele Wegbegleiter aus den vergangenen 35 Jahren. Hart in der Sache, oft detailversessen, aber immer fair – so kennt man den Sozialdemokraten.

1996 kandidierte Bubel für das Bürgermeister-Amt für die SPD in der Gemeinde und scheiterte, er war kurze Zeit danach Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat.

Jörg Bubel kann viel erzählen von den Hochzeiten der Sozialdemokratie in Adelsdorf. Als man eine Listenverbindung mit der ÜWB einging, da hatte man zusammen acht Gemeinderäte als richtige Opposition im Gemeinderat unter Altbürgermeister Ewald Münch. Heute ist Jörg Bubel ein immer noch ziemlich ungemütlicher Einzelkämpfer im Plenum, der die Dinge beim Namen nennt und große Sachkenntnis in der Haushaltsführung, insbesondere in der neuen, doppischen Buchführung, hat.

Seine sozialdemokratischen Wurzeln liegen im Elternhaus. Er wurde am 17. März 1947 im Ost-Berliner Stadtteil Pankow geboren. In der DDR besuchte Bubel die Grund- und Oberschule und machte 1965 sein Abitur. An der Technischen Hochschule "Otto von Guericke" in Magdeburg studierte er "Kybernetik und Elektronik".

Sozialdemokraten hatten es schwer in der Deutschen Demokratischen Republik, meist, erzählte er im EN-Interview in seinem Haus am Aischer Fürstenberg, konnte man sich sowieso bloß im Freundeskreis über Politik unterhalten. 1975 entschloss er sich, die DDR "im Kofferraum eines Autos" zu verlassen. Seine heutige Ehefrau Eva, die er damals schon kannte und die inzwischen schon in einem Lager in Augsburg war, half auf Umwegen bei der Flucht.

14 Tage blieb Bubel noch in West-Berlin, danach ging er nach Augsburg. 1976 heiratete er seine Eva, und sie zogen wegen der Arbeit nach Erlangen. Ein passendes Grundstück in schöner Lage führte dazu, dass 1979 ein Haus in Aisch gebaut wurde.

Die kommunalpolitische Karriere von Jörg Bubel begann 1983 mit dem Eintritt in die SPD; gleich ein Jahr danach kandidierte er für den Gemeinderat und forderte seinerzeit schon gewissermaßen ein "Unding": Die Überstunden der Bauhofmitarbeiter seien nämlich damals nicht bezahlt worden, was auf sein Betreiben abgeschafft worden sei; lange Debatten habe es auch mit dem damaligen Bürgermeister über den Bau des Kindergartens "Regenbogen" gegeben, der gebaut wurde, "weil die vorgelegten Zahlen stimmten".

Zepter in der Hand

Zweiter und erster Vorsitzender im SPD-Ortsverein war er, seit 1996 auch "Zweirat", also Gemeinde- und Kreisrat. Von 2002 ab hatte Bubel als Fraktionssprecher das Zepter bei der SPD-Kreistagsfraktion fest in seiner Hand. "Damals schon, unter Landrat Irlinger, begannen die ersten Debatten über den Standort eines neuen Landratsamtes".

Zurücklehnen will er sich längst noch nicht, schließlich gebe es immer wieder was zu tun. Man könne sich auch als Einzelkämpfer im Rat einbringen, sagte er, "wenn’s nicht anders geht, dann mach ich das halt allein".

Seine Devise, dass man nicht alles unkommentiert stehen lassen müsse, die vertritt der Verwaltungsrat der Kreissparkasse Höchstadt auch in diesem Gremium, in dem er seit 2002 vertreten ist.

Denn seiner Meinung nach muss die Sparkasse nicht mit Erlangen fusionieren; die Kreissparkasse sei ein grundsolides Institut, sie stehe auf gesunden Füßen, auch wenn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank die langfristigen Erwartungen drücke. Mit einer Fusion "werden Probleme verschoben, nicht aber behoben", glaubt der Jubilar. 

NIKOLAUS R. SPÖRLEIN

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