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Algen und Bakterien im Baiersdorfer Weiher

Nach anhaltender Hitze und Trockenheit haben sich Cyanobakterien eingenistet - 08.08.2018 13:00 Uhr

Grüne oder blaue Schlieren sind typisch für das Vorkommen von Blaualgen. Die Stadt Baiersdorf warnt mit Hinweisschildern an ihrem Badesee potenzielle Schwimmer. © Alle Fotos: Harald Hofmann


Kommen Blaualgen mit Haut und Schleimhäuten in Kontakt, kann es bei empfindlichen Personen zu Reizungen, Quaddeln, Bindehautentzündungen oder Ohrenschmerzen kommen. Beim Verschlucken des Wassers drohen außerdem Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, aber auch Atemwegserkrankungen, zitiert Spiegel-online das Land Brandenburg.

Das Risiko verstärkt sich, wenn der Körper an mehreren Tagen hintereinander in Kontakt mit dem Gift kommt. Wer nach dem Baden Beschwerden hat, sollte zum Arzt gehen und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Grundsätzlich ist die Gefahr jedoch überschaubar: Laut den verfügbaren Untersuchungen sei nur gelegentlich mit leichten, vorübergehenden Krankheitserscheinungen zu rechnen, heißt es im Bundesgesundheitsblatt.

Anders als Name und Aussehen vermuten lassen, handelt es sich bei den "Blaualgen" nicht um Algen, sondern um Bakterien ohne Zellkern. Auch ihre Farbe kann je nach Art schwanken, oft erscheinen sie nicht blau, sondern grün. Die meisten der mehr als tausend verschiedenen Arten von Cyanobakterien sind harmlos und müffeln nur etwas, wenn sie zerfallen. Einige wenige bilden jedoch Gifte. Aus diesem Grund sollten Badende vorsichtig sein, wenn sich Blaualgen in einem See oder der Ostsee massenhaft vermehren, schreibt Spiegel-online.

Aufgrund des Blaualgenvorkommens, die typischen Schlieren haben sich schon gebildet, sind bereits deutlich weniger Badegäste in Baiersdorf zu sehen.

Und jetzt die gute Nachricht: Am Oberndorfer Weiher, kein offizieller Badesee, doch seit Urzeiten als solcher genutzt, schaut’s noch besser aus. Hier machen sich zwar die Grünalgen bemerkbar. Die aber sind harmlos, verursachen weder Haut- noch Atemwegsprobleme.

Untersucht werden die beiden Badeseen vom Gesundheitsamt nicht. "Wir schauen da vorbei, aber beprobt werden die Weiher nicht. Sie sind keine EU-Badegewässer", sagt Hannah Reuter, Pressesprecherin des Landratsamts Erlangen-Höchstadt.

Die Kriterien für ein EU-Badegewässer sind laut Reuter, dass regelmäßig viele Badegäste an dem Gewässer verzeichnet werden. Zweitens müssen ordentliche Zustiege für Schwimmer vorhanden sein. Drittens muss die zuständige Gemeinde ihr Interesse daran bekunden. Das mache Sinn bei größeren Seen, und wenn, wie im Fall des Dechsendorfer Weihers, direkt am See ein Campingplatz liege. Offenbar haben bislang weder Möhrendorf noch Baiersdorf bis dato den Finger gehoben und bedeutet, dass ihre Weiher EU-Badegewässer werden sollen. Dann würde das Gesundheitsamt die Seen auch beproben. 

dik

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