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Arbeit fein abgestimmt

Die geregelte Zusammenarbeit der Feuerwehren - 10.10.2011

Mein Feuer oder dein Feuer? Der Brand in der Spardorfer Straße war Anlass für einen Landkreisbürger, darüber nachzudenken, ob man nicht auch die Spardorfer Wehr hätte alarmieren müssen. © Klaus-Dieter Schreiter


Es würden Freiwillige Feuerwehren aus dem westlichen Stadtgebiet zu Einsatzstellen im Erlanger Osten gerufen, während die nur wenige hundert Meter entfernt liegenden Feuerwehren im Landkreis von nichts wüssten, klagt ein mit dem Alarmierungsplan der Integrierten Leitstelle in Nürnberg vertrauter Landkreisbürger, der aber nicht genannt werden will.

Das Feuer in einem Betrieb an der Spardorfer Straße Anfang Oktober, das auf Grund des Notrufs als Großfeuer eingestuft worden war, sich dann aber „nur“ als kleines Feuerchen herausstellte (wir berichteten), ist der Grund für die offenbarte Eifersüchtelei.

Die Erlanger Nachrichten haben sich daraufhin von Feuerwehrführungskräften aus dem Landkreis und aus der Stadt in einem gemeinsamen Gespräch für diesen speziellen Fall, aber auch für andere Szenarien den Alarmplan erläutern lassen. Demnach ist es so: Die Alarmpläne sind nicht nur zwischen Landkreis und Stadt bis aufs Feinste abgestimmt, sie haben auch Hand und Fuß. Und sie werden, ergänzt Karlheinz Schultheiß, der bei der Erlanger Feuerwehr für die Einsatzplanung zuständig ist, auf Grund praktischer Erfahrungen fortlaufend aktualisiert.

„Mein Feuer oder dein Feuer gibt es zwischen Stadt und Landkreis also nicht“, sagen Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger und Kreisbrandrat Harald Schattan unisono. Schattan betont dabei, dass auch die Kommandanten der Freiwilligen Wehren im Landkreis die Alarmpläne mit gestaltet haben. Dabei habe auch eine Rolle gespielt, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Landkreis oft nicht in ihren Heimatgemeinden arbeiten würden und es darum nicht immer einfach sei, sie innerhalb der vom Innenministerium vorgegebenen Zeit von zehn Minuten am Einsatzort zu haben.

Festgelegte Stichworte

Etwa 60 Stichworte für die Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle gibt es, und für jedes Stichwort ist genau festgelegt, welche Fahrzeuge ausrücken. Grundlage dafür ist ein Erlass des bayerischen Innenministeriums aus dem Jahre 2005. Die „Grundbeplanung“ in der Stadt sieht vor, dass neben dem Löschzug der Ständigen Wache stets ein Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen Stadt mit ausrückt. Aufgrund der von der Feuerwehr gesteuerten Vorrangschaltung der Ampelanlagen für die Einsatzfahrzeuge sind die ersten Kräfte selbst bei einem Einsatz im entfernten Sieglitzhof oder in Kosbach weit unter zehn Minuten am Einsatzort.

Bei größeren Bränden, wie er in der Spardorfer Straße angenommen worden war, rücken laut Weidinger immer und unabhängig davon wo in der Stadt der Einsatz ist, Hüttendorf und Kriegenbrunn mit aus, weil dort Fahrzeuge mit großen Löschwassertanks stationiert sind. Auch sie profitieren von der Ampel-Vorrangschaltung. Sollten größere Einsätze anstehen, dann würden selbstverständlich auch Landkreiswehren mit alarmiert. Dass das bislang gut funktioniert habe man beim Unwetter im Juli gesehen, sagt Weidinger. Da habe er veranlasst, dass Herzogenaurach, Buckenhof, Möhrendorf und Uttenreuth zur Unterstützung geholt würden. Uttenreuths Kommandant Klaus Funk sagt während des Gesprächs dann auch: „Es geht um das Wohl der Bürger, und da sind wir gut aufgestellt“.

Darum sei im Alarmplan beispielsweise auch vorgesehen, dass bei einem Feuer in Marloffstein wegen des Wassermangels dort Erlanger Tanklöschfahrzeuge automatisch mit alarmiert werden, und bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen Erlangen und Marloffstein auf jeden Fall der Erlanger Rüstwagen zur Rettung von Personen, erläutert Harald Schattan, und betont nochmals: „Die Zusammenarbeit der Wehren von Landkreis und Stadt ist hervorragend“. 

kds

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