Dienstag, 25.09.2018

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Boom im Kreditgeschäft überstrahlt alles

Vereinigten Raiffeisenbanken schütten ein Prozent Dividende aus — Digitalisierung wird optimiert - 19.06.2018 15:30 Uhr

Die Spitze der Vereinigten Raiffeisenbanken: v. l. Stefan Benecke (seit 1. Juni), Rainer Lang und Wolfgang Holler mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Hempfling (2. v. r.). © Udo B. Greiner


57 Prozent des Neugeschäfts sind dabei dem privaten Wohnungsbau zuzuordnen. Der Prüfer des Genossenschaftsverbandes hat dabei bestätigt, dass die Neukredite nicht mit überdurchschnittlichen Risiken im Zusammenhang stehen.

Mit einer Bilanzsumme von 838,2 Mio. (plus 4,2 Prozent) zählt das genossenschaftliche Institut zu den größeren seiner Gruppe, wobei das Geschäftsgebiet von Schnaid und Egloffstein im Norden bis Nürnberg-Nord im Süden reicht – mit Schwerpunkt-Zentren in Forchheim, Gräfenberg, Eschenau und Heroldsberg.

165 Mitarbeiter kümmern sich um 24 869 Mitglieder und 44 450 Kunden, die seit Anfang des Jahres 2018 über ein Servicecenter werktags zwischen 8 und 18 Uhr auch telefonisch beraten werden. So gab es in den ersten fünf Monaten über 22 000 Anrufe, wovon 82 Prozent erledigt werden konnten. Eine individuelle Anpassung der Öffnungszeiten an die Kundennachfrage, auch bis 20 Uhr, sorgte für weitere Kapazitäten.

Optimiert werden soll – so Vorstandschef Wolfgang Holler bei der Vertreterversammlung in der Eschenauer Georg-Hänfling-Halle – bis Ende des laufenden Jahres u. a. die Digitalisierung, so bei den Vertriebswegen und bei der Kommunikation. Dem Sparer gab Holler mit auf den Weg, in Zeiten des Niedrigzinsniveaus umzuschichten zu Aktien, Fonds und Immobilien: "Das ist notwendig und alternativlos."

Der Zuwachs bei den Kundeneinlagen von 3,3 Prozent auf 700 Mio. entspricht dem Landesdurchschnitt. Das gilt ebenso für die Zinsspanne von 1,91 Prozent, die bei den Vereinigten Raiffeisenbanken – wie bei praktisch allen Banken – weiter kontinuierlich schmäler geworden ist.

Die Provisionen konnten den Rückgang nicht ausgleichen, sondern gingen von 0,68 auf 0,62 Prozent der Bilanzsumme zurück (Landesdurchschnitt: von 0,64 auf 0,66). Die Betriebskosten konnten gesenkt werden – allerdings nicht so stark wie im Landesdurchschnitt.

Eine Ursache ist – darauf machte Vorstand Rainer Lang aufmerksam – auch darin zu sehen, dass im Vorfeld der geplanten und dann doch noch gescheiterten Fusion die Bankimmobilien zur Hebung stiller Reserven an die VR-Bank Erlangen-Herzogenaurach-Höchstadt verkauft worden waren und die Rückübertragung in zwei neu gegründete Tochtergesellschaften vorgenommen werden musste.

Bei einem Jahresüberschuss von 1,098 Mio. und einem Bilanzgewinn von 167 740 Euro wurde eine Dividende von 1,0 Prozent beschlossen, die sich allerdings durch eine Rückvergütung über einen Mitgliederbonus auf etwa fünf Prozent steigern lässt. Auf dieses Bonus-Instrument führt der Vorstand auch den Mitgliederzuwachs von 75 Prozent in den Jahren 2008 bis 2017 zurück.

Mit einer Eigenkapitalquote von 8,7 Prozent gibt es bei dieser wichtigen Zahl nach wie vor einen deutlichen Abstand zum Landesdurchschnitt. Lang: "Aufgrund der allgemeinen Anforderungen aus der Bankenaufsicht ist die Stärkung der Eigenkapitalbasis auch künftig eine unverzichtbare Notwendigkeit, um unser weiteres Wachstum und die weiter steigenden Anforderungen durch die Regulatorik zu gewährleisten."

Aus dem Aufsichtsrat schied Heinz Häfner aus Altersgründen aus, wiedergewählt wurden Edmund Göller, Hartmut Zimmermann und Rudolf Wagner. Die verbliebenen neun Aufsichtsratsmitglieder erhalten künftig eine Aufwandsentschädigung von insgesamt 50 000 Euro (bisher 37 000 Euro wie zuletzt im Mai 2011 beschlossen).

Wie Wolfgang Holler erklärte, entspricht die Summe dem unteren Bereich der Empfehlungen des Verbandes und sei angesichts des Zeitaufwandes sowie der Verantwortung und Haftung "sachgerecht". Sämtliche Abstimmungen unter den Vertretern erfolgten einstimmig und ohne Diskussion. 

UDO B. GREINER

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