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Bürgerentscheid zur StUB: In einer Woche wird's ernst

Wähler stimmen am 6. März ab, ob Erlangen planen darf - 27.02.2016 14:30 Uhr

Sie werben vor Ort für den Bau der StUB. Von links: IHK-Präsident Dirk von Vopelius, Innenminister Joachim Herrmann, Erlangens OB Florian Janik, Nürnbergs OB Ulrich Maly, DGB-Regionsvorsitzender Stefan Doll und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker.

Sie werben vor Ort für den Bau der StUB. Von links: IHK-Präsident Dirk von Vopelius, Innenminister Joachim Herrmann, Erlangens OB Florian Janik, Nürnbergs OB Ulrich Maly, DGB-Regionsvorsitzender Stefan Doll und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. © Eduard Weigert


Die Gegner des Vorhabens machen schon seit Wochen mobil und prangern die Kosten an; das Projekt wird auf rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Erlangen, Nürnberg und Herzogenaurach müssten sich die Summe teilen – und dürfen auf die Zusage bauen, dass Bund und Land 90 Prozent der Kosten tragen. Die Berechnungen gelten als halbwegs verlässlich, da sie sich auf viele Erfahrungen stützen können. Dennoch fürchten Kritiker, die Stadt Erlangen würde sich übernehmen. Ihrer Ansicht nach genügen Verbesserungen im Bussystem.

Das aber reicht nach Überzeugung von Erlangens OB Florian Janik gerade nicht aus. Schon jetzt seien im Straßenverkehr und auch im Busbetrieb die Kapazitätsgrenzen weitgehend erreicht. Für ein Angebot auf Schienen sprechen neben dem deutlich größeren Platzangebot vor allem Komfort, Verlässlichkeit und Umweltaspekte. Denn nur eine attraktive Bahnanbindung könnte deutlich mehr Autofahrer zum Umsteigen auf den Öffentlichen Nahverkehr bewegen.

Wichtig für Entwicklung der Metropolregion?

Kräftigen Rückenwind erhalten Janik und alle, die die StUB vorantreiben wollen, von einem selten einmütigen Bündnis: Bei einem Ortstermin auf der Baustelle für den Endpunkt der ersten StUB-Etappe in Nürnberg-Buch warben Innenminister Joachim Herrmann ebenso wie Nürnbergs OB Ulrich Maly, der erste Bürgermeister von Herzogenaurach Germann Hacker, DGB-Regionsvorsitzender Stephan Doll und Dirk von Vopelius, Präsident der Industrie- und Handelskammer, eindringlich für den Bau der Strecke. "Sie ist für die Weiterentwicklung der gesamten Metropolregion, die vor zehn Jahren gerade in Erlangen gegründet wurde, von entscheidender Bedeutung", so der IHK-Chef.

Bessere Verbindung für Pendler und Studenten

Vor allem deshalb, weil die Linie die Hochschulstandorte in Nürnberg und Erlangen ebenso besser verknüpfen soll wie wichtige und großen Firmen, allen voran Siemens, Areva, adidas und Puma. Die Zahl der Arbeitsplätze in Erlangen ist etwa ebenso groß wie die aller Einwohner, entsprechend groß sind auch die täglichen Pendlerströme. Ähnliches trifft auf Herzogenaurach zu. "Es genügt eigentlich, im Radio die täglichen Verkehrs- und Staumeldungen im Raum Erlangen zu hören, um zu begreifen, wie wichtig und sinnvoll die StUB ist", stellt Doll nüchtern fest.

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Bei dem Bürgerentscheid stimmen die Wählerinnen und Wähler am Sonntag, 6. März, formal gesehen allerdings noch gar nicht über den Bau selbst ab. Sondern "nur" um die Frage, ob die Stadt Erlangen einem Zweckverband zur Planung beitreten darf. Eine Ablehnung käme freilich einem Scheitern des gesamten Vorhabens gleich. Aber Achtung: Nur wer die Frage auf dem Abstimmungszettel genau liest, wird sich nicht aus Versehen falsch entscheiden.

Ein "Ja" ist gerade keine Zustimmung zur StUB, sondern stützt die Gegner des Vorhabens – von ihnen stammt die raffinierte Frage, sie hatten ja die Abstimmung ins Rollen gebracht. Ein "Nein" ist also ein Nein zu den Betreibern des Bürgerbegehrens – und damit eine Zustimmung zur weiteren Planung. "Die endgültige Entscheidung ist damit noch nicht gefallen", unterstreicht OB Janik, "das ist ja eben erst möglich, wenn wirklich exakte Bau- und Finanzpläne erarbeitet sind". 

Wolfgang Heilig-Achneck

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