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CarSharing im Erlanger Osten kommt langsam voran

Bürgermeister von Uttenreuth, Spardorf und Buckenhof zufrieden - 30.08.2015 05:54 Uhr

Im vergangenen April wurden die Elektroautos der Gemeinden Uttenreuth, Buckenhof und Spardorf im Bereich des VG-Gebäudes in Uttenreuth präsentiert. © Harald Hofmann


Seit knapp fünf Monaten gibt es im Erlanger Osten die Möglichkeit, mit Ökostrom betriebenen Flitzern durch die Gegend zu düsen. In Uttenreuth, Spardorf und Buckenhof wurde pro Gemeinde je ein Elektroauto der Marke Renault angeschafft. Die mit Klimaanlage, Navigationssystem und Rückfahrkamera ausgestatteten Fünfsitzer können über CarSharing Erlangen (CSE) gebucht und gemietet werden. Die Bürgermeister Frederic Ruth (Uttenreuth), Birgit Herbst (Spardorf) und Georg Förster (Buckenhof) sind in einem ersten Fazit zur Nutzung durchaus zufrieden: „Die Resonanz der Bürger auf das Angebot ist gut bis sehr gut.“

Buckenhof führt

Das Buckenhofer Auto ist am häufigsten unterwegs. Laut einer aktuellen Statistik von CSE hat es seit April 1374 Kilometer zurückgelegt, das sind pro Tag durchschnittlich zehn Kilometer. Ähnliche Ergebnisse erzielt auch der Spardorfer Wagen mit ungefähr sieben Kilometern am Tag. Das Uttenreuther Auto wird um zirka die Hälfte weniger bewegt als das Buckenhofer.

„Dass die Autos im Schnitt nur wenige Kilometer am Tag zurücklegen, liegt daran, dass die meisten Leute sie für Kurzstrecken benutzen. Wie zum Beispiel für einen Einkauf in Erlangen“, erklärt Georg Güthlein vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth. Dass das Buckenhofer Auto am häufigsten genutzt wird, liegt wahrscheinlich daran, dass die Bürger dort schon mit dem CarSharing-System vertraut sind. Buckenhof hatte in den vergangenen drei Jahren bereits das Elektroauto „Mia“ seinen Bürgern zur Verfügung gestellt.

Viele verschiedene Nutzer

Genutzt werden die Autos quer durch alle Bevölkerungsschichten. Eine Buckenhofer Gemeinderätin, die über kein Privatauto verfügt, mietete das Elektromobil beispielsweise über das Wochenende, um die Schwiegereltern im Spessart besuchen zu können. Ein Uttenreuther Lehrer, der täglich nach Höchstadt muss, ist bisher bei einer Fahrgemeinschaft mitgefahren. Neuerdings mietet er sich ab und zu das CarSharing-Auto und nimmt dann die anderen mit. Und eine 18-jährige Fahranfängerin muss nicht immer um das Familienauto betteln, sondern nutzt das CarSharing-Auto der Gemeinde.

Eine Familie soll wegen des Elektroautos sogar schon ihren Zweitwagen abgeschafft haben, wie Bürgermeister Förster erzählt. Bürgermeister Ruth weiß, warum das Auto so beliebt ist: „Mit unserem Elektroauto zu fahren macht letztendlich mehr Spaß als mit einem Benziner, weil er wirklich eine super Beschleunigung hat und total unkompliziert ist. Jeder, der das Auto gefahren ist, war absolut begeistert.

Die Bürgermeister der drei Gemeinden wünschen sich, dass das Stromtankstellennetz in Deutschland flächendeckend ausgebaut wird. Da die drei Renaults nur eine maximale Reichweite von 180 Kilometern haben, muss man sich vor längeren Strecken erkundigen, wo man das Auto wieder aufladen kann. Momentan werden die Autos hauptsächlich an den Stellplätzen in Buckenhof (Parkplatz Hallerhof), Uttenreuth (Parkplatz Marloffsteiner Straße) und in Spardorf (Nähe Bushaltestelle Kornblumenweg) aufgeladen. Binnen einer halben Stunde können dort die Autos an Schnellladesäulen zu 80 Prozent mit Ökostrom der N-ergie geladen werden.

Ein gutes Vorbild

Die drei Gemeinden nehmen damit eine Vorreiterrolle beim CarSharing im Raum Erlangen ein. „Durch das Projekt wollen wir Bürgerbedürfnisse befriedigen, Vorbild sein und Identifikation schaffen sowie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, erklärt Bürgermeister Förster. Auch andere Gemeinden in der Region, wie zum Beispiel Heroldsberg, planen die Einführung von Elektromobilen für ihre Bürger.

Wer ein Auto nutzen will, muss sich bei CarSharing Erlangen anmelden. Nach zwei bis drei Wochen wird eine Nutzerkarte ausgehändigt. Vor der Erstnutzung bekommt man eine Einweisung zur Handhabung des Wagens. Prinzipiell muss jede Fahrt angemeldet werden. Das geht online, telefonisch oder über das Scannen eines QR-Codes. Über Flinkster, die CarSharing-Adresse der Bahn, kann man online einsehen, wann und wo eines der Autos frei ist. 

ISABELLA STURM

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