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Dienstag, 23.10.2018

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Decke der Kirche in Dormitz stürzte ab

Kapitell fiel nachts aus 15 Metern ins Gotteshaus - 21.11.2017 14:00 Uhr

Ein Teil der Kirchendecke ist herausgebrochen und ins Dormitzer Gotteshaus gestürzt. Restauratoren aus Bamberg haben damit begonnen, die Deckenfragmente zu sichern. © Karl Heinz Wirth


Mesnerin Emilie Schuhmann hatte am Morgen, als sie die Kirche öffnete, den Schaden entdeckt und starrte erschrocken zur Decke. Ein Teil eines Kapitells hatte sich von der Decke gelöst und war aus etwa 15 Metern Höhe in die Kirche gefallen. "Ich wusste nicht sofort, wie ich das einordnen sollte" sagte die Mesnerin. "Am Mittwochabend habe ich noch die Blumen gegossen und da war alles in Ordnung. Das muss in der Nacht passiert sein", meinte sie. "Ich habe sofort Kirchenpfleger Josef Vollmann und das Pfarrbüro in Neunkirchen und Pfarrer Cibura verständigt. Gemeinsam standen wir in der Kirche und schauten erschrocken nach oben, wo von unten ein quer verlaufender Riss zu erkennen war. Seit 500 Jahren ist nichts passiert und jetzt das!"

Pfarrer Cibura sagte: "Wir sind froh, dass wir keine Personenschäden zu beklagen haben." Den Gottesdienst habe man noch gefeiert, so Emilie Schuhmann. "Mit Kirchenpfleger Josef Vollmann haben wir im Pfarrheim alles dafür vorbereitet."

Am Samstagmorgen erschien bereits Kirchenrestaurator Robert Dörfler aus Bamberg mit seinen Mitarbeitern und sicherte die am Boden liegenden Deckenfragmente. Alles, was am Boden liege, werde in Kisten vorsortiert um die Originale so weit wie möglich zu erhalten, so Dörfler.

"Soweit es aus jetziger Sicht beurteilt werden kann, ist auf dem Bild überwiegend das gemalte Kornfeld und ein Teil vom Fußbereich der Maria herabgefallen. Dies heißt, dass wir großes Glück hatten. Wir verwenden für die Restauration dasselbe Material wie vor 500 Jahren, nämlich Kalkputz", erklärte Dörfler.

Die Restaurierung konzentriert sich auf die Erhaltung der überlieferten Substanz, wobei die authentischen Eigenschaften der Stuckdecke des Bamberger Hofstuckateurs wie des Thüngersheimer Barockmalers Georg Sebastian Urlaub wenig verändert werden sollen, betont Dörfler. Ob die Arbeiten bis Weihnachten beendet werden, vermag er noch nicht zu sagen. "Wir müssen im Laufe der Woche die gesamte Decke befahren und auf Hohlräume abklopfen. Sollten weitere Schädigungen festgestellt werden, werden diese kartiert und durch einen Statiker geprüft." Sind keine weiteren Schäden festzustellen, dann bestehe die Hoffnung, dass die Restauration vor Weihnachten fertiggestellt werden könne.

Solange dies nicht geklärt ist, bleibt die Pfarrkirche geschlossen und darf nicht betreten werden. Kosten können erst nach erfolgter Schadenshöhe genannt werden. Der Gottesdienst wird sonntags vorübergehend in der Mehrzweckhalle in Dormitz abgehalten. 

KARL HEINZ WIRTH

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