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„Der neue Weihnachtsmarkt ist wunderschön“

Bürgermeisterin Birgitt Aßmus freut sich, dass das Experiment mit einem neuen Organisator so gut geklappt hat - 24.12.2012 07:00 Uhr

Teil des Erfolgsrezepts der neuen Erlanger Waldweihnacht war das Musikprogramm, das (wie hier die Erlanger Band „Parkin’Sons“) hunderte vor die Bühne lockte. © Harald Sippel


Der Baiersdorfer Ernst Stäblein, der seit vielen Jahren den sehr traditionellen (sprich: überkommenen) Weihnachtsmarkt mit einem Kerzenstand beschickte, war bereits im letzten Jahr der Kragen geplatzt. So lieblos, befand er, könne man den Weihnachtsmarkt nicht lassen. Ein paar nackte Buden, wenig Winterzauber, dem Erlanger Altstadtgrundriss abgeschaute Architektur (Bude rechts, Bude links, dazwischen eine breite Gasse) – „das hat keinen Charme, da kommt kein Gefühl auf, da will niemand wirklich hin“, sagte er – und begann mit einer neuen grünen Mitte den Markt umzukrempeln. Die Stadt(verwaltung und -räte) davon zu überzeugen, dass man dieses Konzept auf den ganzen Markt übertragen müsse, stand erst einmal der Widerstand jener gegenüber, die nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht! handeln wollten.

Von wegen 99 Luftballons! 1000 gasbefüllte Luftballons ließen die Erlanger Stadtwerke in den wolkenverhangenen Himmel steigen, und die Last der Weihnachtswünsche von ebenso vielen Weihnachtsmarkt-Gästen bekamen plötzlich Flügel. © Edgar Pfrogner


Doch schließlich setzte sich das Konzept Stäbleins durch – und der Erfolg ist gewaltig. Nach vier Wochen „Erlanger Waldweihnacht“ vor dem Erlanger Schloss darf man sagen: Das neue Bild mit viel Holz und vielen Bäumen, mit Musikbühne und Wunschzettelaktionen, mit einem Stand der Erlanger Ehrenamtlichen und einem ziemlich echt wirkenden und für Fußwärme sorgenden „Waldboden“ aus Holzhackschnitzeln ist stimmig, die Zustimmung durch Besucher, aber auch durch Geschäfts

leute ist stark gestiegen.

Dazu beigetragen hat auch die von Sponsoren zur eintrittsfreien Zone gemachte Kunsteisbahn auf dem Marktplatz gegenüber. Die beeinträchtigt zwar etwas den Blick auf das Palais Stutterheim, den Besuchern ist dies aber ein angemessener Preis für den Spaß, den sie beim Schlittschuhlauf haben. Nur: Am Sonntag war die Bahn geschlossen – der Regen war zu warm.

Viele Preise

Als am Sonntagnachmittag Bürgermeisterin Birgitt Aßmus als Glücksfee für eine Verlosung auf die gut frequentierte Bühne des Marktes ging, sprach sie auch im Namen des Stadtrats und der Verwaltung, als sie den neuen Weihnachtsmarkt als „wunderschön“ bezeichnete. Zum Erfolg beigetragen hat aber auch eine hölzerne Wichtelfigur, hinter der sich ein attraktives Gewinnspiel verbarg: Wer die auf dem Markt verteilten kleinen Wichtel registrierte, konnte einen Waren- oder Geldgutschein von Sport Eisert oder der Sparkasse gewinnen. Zudem befanden sich an einem Wichtelbaum 99 Wunschzettel, die von Sponsoren mit jeweils 30 Euro Spende „unterlegt“ wurden. Das Wichtelrätsel wurde ausgelost, die 99 Kinder haben ihren Wunsch bereits erfüllt bekommen – vom Winterpullover bis zu neuen Winterstiefeln.

Über die Preise des Preisrätsel dürfen sich drei auswärtige Kinder freuen: Simone Rumann aus der Daimlerstraße 8 in Herzogenaurach (3. Preis) und Oskar Bachmann aus dem Wiesenweg 1 in Bubenreuth. Den ersten Preis gewann Michael Lachenmaier aus dem Bussardweg 13 in 90599 Dietenhofen – eine Ballonfahrt für zwei Personen.

Einen Ballonflug „gebucht“ hatten auch die vielen Marktbesucher, die einen Wuschzettel samt einem Euro Spende hinterlassen hatten. Das Geld war bestimmt für den „Förderkreis der Spiel- und Lernstuben e. V.“ sowie die Aktion „Freude für Alle“ der Erlanger und Nürnberger Nachrichten. Da die Sparkasse, die Stadtwerke, die städtische Wohnungsbausgesellschaft und die Obi-Baumärkte jeden eingezahlten Euro vervielfachten, kamen 10000 Euro zusammen, die sich beide Institutionen teilen.

Gut angekommen ist auch die verlängerte Öffnungszeit des Marktes bis 21 Uhr, ebenso das Musikprogramm. Stäbleins Wunsch: „Einige Tage länger, das wäre gut.“ Heute endet der Markt bereits um 14 Uhr – der HeilIge Abend ist ab diesem Zeitpunkt in Bayern ein „stiller Feiertag“. 

PETER MILLIAN

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