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Samstag, 23.06.2018

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Der Stein des Anstoßes

Ein Denkmal soll den Dichter Ernst Penzoldt ehren - 09.04.2008

Vor etlichen Jahrzehnten stand hier das Geburtshaus des Dichters Ernst Penzoldt («Die Powenzbande»): Hier - oder auf der gegenüberliegenden Seite der Güterhallenstraße - soll schon bald ein Denkmal errichtet werden. © Bernd Böhner


«Vor einigen Tagen bekam ich einen Zeitungsausschnitt zugesandt, in dem berichtet war, dass das Haus . . . der Spitzhacke verfallen sei und abgebrochen werde. Der Ausschnitt enthielt nichts anderes als die Todesanzeige des Hauses meiner Kindheit.» Ernst Penzoldt, der 1892 in der Hugenottenstadt geboren wurde und in den 20er Jahren in München zu einem viel gelesenen Autor aufstieg, beließ es aber nicht bei der Trauer um sein Geburtshaus an der heutigen Bahnunterführung Güterhallenstraße. Er stieg in den Zug, fuhr nach Erlangen und nahm sich dort einen Stein als Andenken an sein Geburtshaus mit nach München.

Dieses Souvenir ist nun quasi der «Stein des Anstoßes» für ein Penzoldt-Denkmal, über deren Aufstellung heute ab 16 Uhr im Rathaus der Kultur- und Freizeitausschuss auf Antrag der CSU diskutieren wird. Denn dieser handliche Stein soll Blickfang eines neuen Denkmals sein. Angeregt durch den auch als Autor tätigen Kinder- und Jugend- Psychologen Johannes Wilkes hat der Verein «Geschichte für Alle» - angeregt durch ein Penzoldt-Scherenschnitt-Selbstporträt - das Konzept für eine Stahlskulptur ausgearbeitet. Auch die Finanzierung dieser rund zwei Meter hohen Arbeit ist bereits gesichert. Nun geht es lediglich noch darum, die Genehmigung der Stadt für die Aufstellung zu erhalten.

Der Stein, den Penzoldt in Sütterlin mit der Aufschrift «Stein vom alten Haus Güterhallenstraße 12» versehen hat, wurde Johannes Wilkes bereits im November von Ulla Penzoldt, der Tochter des 1955 verstorbenen Dichters, übergeben.

Johannes Wilkes: «Ich war schon immer darüber verwundert, dass Erlangens prominentester Literat bislang nicht mit einem Denkmal geehrt wird. Das wollen wir nun ändern.» Wenn die Genehmigung erteilt worden ist, wird das Erlanger Hightech-Unternehmen «Erlas» bis zum Herbst die Stahlskulptur anfertigen. «Diese Firma hat ein Verfahren, dass die Umrisse von Penzoldt per Laser wie durch Butter in den Stahl schneiden wird», schwärmt Wilkes. smö 

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