Dienstag, 11.12.2018

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Dormitz: Seit 25 Jahren im Nikolauskostüm

Ludwig Schmitt erfreut Kinder, Senioren und Kranke mit seinen Gaben - 06.12.2018 17:00 Uhr

Auf dem Bild bereitet sich der Nikolaus in seinem Arbeitszimmer auf den Besuch bei Kindern und Senioren vor. Jeder weiß, dass Ludwig Schmitt ins heilige Kostüm schlüpft und jeder freut sich. © Karl Heinz Wirth


Wenn die Adventszeit beginnt und der Geruch von Lebkuchen und frisch gebackenen Plätzchen durch die Häuser zieht, wenn Lichter die dunkle Jahreszeit erhellen, dann kommt der Nikolaus. In vielen Familien, Vereinen und Kindergärten ist es ein gern gesehener Brauch geworden, wenn der Nikolaus am Vorabend oder am Nikolaustag selbst an der Tür klopft und mit Bischofsstab, Mitra und goldenem Buch die Kinder besucht.

In Dormitz besucht Ludwig Schmitt jedes Jahr die Kindertagesstätte und die Vorschulkinder. Als er seinen dreijährigen Sohn Max vor 25 Jahren in den Kindergarten brachte und zum ersten Mal miterlebte, wie der Nikolaus, gespielt von den Erzieherinnen, mit einem vergoldeten Besenstiel und rotem Mantel die Kinder besuchte, war die Sache für ihn klar: "Der Nikolaus ist Männersache." Also fragte er, ob er den Nikolaus spielen dürfe. Im Kindergarten wurde sofort zugestimmt — seitdem kommt er einmal im Jahr.

Freund der Kinder

Schmitt sieht den Nikolaus als Freund der Kinder, auf den man sich freut und gerät ins Schwärmen, wenn er von seinen Erlebnissen erzählt. Am Nikolaustag, wenn er vormittags am Kindergarten vorbeiläuft, dann sieht er schon, wie die Kinder mit Händen und Nasen an den Fenstern kleben, freudestrahlend winken und es sich wie ein Lauffeuer im Kindergarten von Gruppe zu Gruppe verbreitet: "Der Nikolaus kommt".

Dann geschieht etwas, was ihn fasziniert. Die Kinder haben sich auf den Besuch vorbereitet. "Wenn ich mit Schlitten und Geschenken an die Tür klopfe, steht für mich kein Stuhl, sondern ein Thron bereit, ausgelegt mit rotem Samt, auf den ich mich setzen muss", erzählt er.

Jeder möchte den Bischofsstab halten oder das goldene Buch. Dann sitzen alle um den Nikolaus herum und warten auf eine Geschichte.

Nur selten gibt es Tadel

Ludwig Schmitt erzählt gern. Wenn die Kleinen dann mit leuchtenden Augen vor ihm sitzen, aufmerksam zuhören, dann freut sich der Nikolaus ebenfalls. "Es ist schön, wenn die Kinder begreifen, wie schön sie es haben und was die Erzieherinnen für sie leisten." Lustige und nachdenkliche Erlebnisse haben auch ihn geprägt. Die Dankbarkeit der Kinder sei das Schönste, was er als Nikolaus mitnehme.

Er sieht sich als Bischof Nikolaus an diesem Tag, spricht mit den Kindern und schaut in seinem goldenen Buch nach, was dort über den einen oder anderen geschrieben steht. Manchmal gibt es auch Tadel vom Nikolaus — aber das ist eigentlich die Ausnahme.

Trotz aller Tradition wird die Nikolausfeier je nach Alter der Kinder individuell gestaltet. Mit Geschichten, Liedern und Gedichten werden die Kinder schon vor dem 6. Dezember auf Bischof Nikolaus vorbereitet, damit sie den Besuch in freundlicher und entspannter Atmosphäre kindgerecht und angstfrei erleben.

Tolle Zusammenarbeit

25 Jahre als Bischof Nikolaus sind für Ludwig Schmitt eine lange Zeit, wobei er sich gerne an die aufregenden und spannenden Erlebnisse im Dormitzer Kindergarten erinnert. Die Herzlichkeit der Mitarbeiterinnen und der Besuch in den einzelnen Gruppen, die auch bei den Kindern zu spüren ist, berühren ihn jedes Mal. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern, die mit Begeisterung diesen Tag vorbereiten, ist hervorragend und wichtig, betont Schmitt.

"Dieses Jahr", so Carina Mayer und ihr Team, "wird unser Bischof Nikolaus mit der Pferdekutsche vorfahren und als erstes die Kleinsten in der Schmetterling- und Käfergruppe besuchen. Anschließend geht es weiter zur Fische-, Bienen- und Bärengruppe und danach zu den Vorschulkindern in der Schule.

Doch nicht nur diese Kinder warten auf den Nikolaus. In seinem Haus hat Schmitt ein Zimmer eingerichtet, in dem er sich vorbereitet. Der Besuch bei den Senioren ist ebenfalls ein Erlebnis für ihn, wenn selbst geschriebene Gedichte, nachdenkliche und lustige Geschichten erzählt werden und die Senioren tiefe Freude empfinden.

Es ist auch Tradition geworden, die Gemeindeverwaltung sowie die Praxis von Dr. Cordula Quentin zu besuchen. Mit einem Spaziergang durch das Dorf beendet der Nikolaus seinen wichtigen Tag. 

KARL HEINZ WIRTH

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