Mittwoch, 14.11.2018

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Effeltrich: Warum der Wasserteufel in der Flasche abtaucht

Schülerinnen und Schüler experimentieren bei der "Miniphänomenta" — Projekt des Bildungswerks der bayerischen Wirtschaft - 27.07.2018 18:30 Uhr

Welchen Weg gibt es, dass die Tennisbälle trotz Hindernissen den Weg zu ihrem Ziel finden? Die Kinder tüftelten es aus. © Dagmar Niemann


Da findet sich zum Beispiel der Wärmetaster, bei dem man feststellt, dass sich Stoffe bei gleicher Temperatur unterschiedlich warm anfühlen. Oder man entdeckt den Wasserteufel, der sich in einer geschlossenen, mit Wasser gefüllten Plastikflasche nach unten bewegt, wenn man die Flasche eindrückt. Oder es gibt die geschwungenen Metallbahnen, auf denen sich Kugeln in unterschiedlicher Geschwindigkeit nach unten bewegen oder die schiefe Ebene, auf der bewegliche Holzklötze so aufgebaut werden sollen, dass sie zwar weißen Tischtennisbällen die Wege in Richtung eines Durchlasses versperren, es aber dennoch einen Weg zum Ziel gibt.

52 solcher Experimentierstationen gehören zur Miniphänomenta, einem Projekt des Bildungswerkes der bayerischen Wirtschaft, das vom Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro (bayme) gefördert wird. Das Konzept wurde vor etwa zehn Jahren von einem Team aus Physikern und Pädagogen der Universität Flensburg entwickelt, um bei Kindern im Grundschulalter ein erstes Interesse für Technik und Naturwissenschaften zu entwickeln.

Kinder sind im Allgemeinen neugierig, und sie können staunen; sie stellen Fragen, sie suchen Erklärungen und sie wollen Antworten finden. Mit Hilfe der Experimentierstationen sollen sie staunend und forschend selbsttätig und selbstständig Entdeckungen machen. Es gibt weder erklärende Texte noch eine vorgegebene Reihenfolge. Die Lehrer sollen sich nicht einmischen; sie sind lediglich Lernbegleiter. Auf diese Weise soll fruchtbares Lernen und kreatives Problemlösen gefördert werden.

Im Schuljahr 2017/ 2018 ist die Grundschule Effeltrich die 13. Schule, die an der Miniphänomenta teilnimmt. Schulleiterin Silke Schür erzählt, dass sie fünf Jahre auf eine Zusage gewartet hat. Die Nachfrage ist groß und die Warteliste ist lang. Das veranstaltende Bildungswerk erwartet, dass die Eltern eingebunden werden, durch Elternbriefe oder Elternabende, oder auch durch einen "Tag der Öffentlichkeit", wie er zum Abschluss der Miniphänomenta in der Effeltricher Schule stattfand.

Landrat Herman Ulm, Bürgermeisterin Kathrin Heimann, Schulrat Ulrich Löhr, Projektleiterin Eva Hinterhuber vom Bayerischen Bildungswerk und der Geschäftsführer Oberfranken des bayme, Patrick Püttner, waren anwesend.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Jeki Bläsergruppe und dem Schulchor. Deren wichtigster Teil bestand darin, dass die Schüler Eltern und Gäste in die Funktionsweise der Stationen einführten. Vielleicht war das der erste Schritt zur Verwirklichung des Plans, im nächsten Schuljahr einige Eltern zu finden, die sich bereit erklären, Experimentierstationen nachzubauen, so dass diese als Bildungsangebot auch für zukünftige Schülerjahrgänge zur Verfügung stehen. 

DAGMAR NIEMANN

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