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Entlas Keller muss Sitzterrassen wieder abreißen

"Schwarzbau" wurde erst vor kurzer Zeit registriert - Gefahr für Gäste? - 22.05.2014 06:00 Uhr

Lokaltermin: Mitglieder des Bauausschusses diskutieren mit Friedrich Engelhardt (2.v.l.) vor den Steinstufen.

Lokaltermin: Mitglieder des Bauausschusses diskutieren mit Friedrich Engelhardt (2.v.l.) vor den Steinstufen. © Harald Sippel


„Ihm wird in den nächsten Tagen ein entsprechender Entscheid zugehen“, sagte Baureferent Josef Weber am Rande der Sitzung des Bauausschusses.

Der „Schwarzbau“, der schon lange besteht, war erst vor kurzem von offizieller Seite bewusst registriert worden. Die Gäste, die während der Bergkirchweih dort feiern würden, könnten sich im Notfall nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. „Das entspricht keiner Norm, was die Sicherheit betrifft“, sagte Josef Weber. Seine Einschätzung teilen die Sicherheitskräfte. Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz und die Feuerwehr haben sich in einer Stellungnahme unisono gegen die Erweiterung ausgesprochen.

Mitglieder des Bauausschusses verschafften sich am Dienstagnachmittag einen Eindruck vor Ort und hörten sich die Argumente an, die Friedrich Engelhardt für seine Sitzterrasse vorbrachte. Engelhardt versuchte die Stadträte davon zu überzeugen, dass in einem Notfall die Gäste nach oben fliehen könnten. Die Stufen seien im Falle eines Fluchtdruckes äußerst wichtig, um auf den Pfaffweg zu gelangen. Zudem betonte er, in den letzten 20 Jahren habe es auf den Terrassen am Entlaskeller keinen Einsatz von Polizei, Feuerwehr oder Sanitäter gegeben.

"Viel Flair"

Helmut Wening, Vorsitzender des Bauausschusses, stellte danach — wie Baureferent Weber — fest: „Der Bau ist nicht genehmigungsfähig“. Ein weinendes Auge war allerdings auch dabei. „Der Ort besitzt viel Flair“, sagte Harald Bußmann von der Grünen Liste. Der Ortstermin war auf Vorschlag des OB Florian Janik zustande gekommen, der vor Beginn der Bergkirchweih die Frage geklärt haben wollte. Da ein zeitnaher Rückbau eher unwahrscheinlich ist, wird der Entlas-Keller-Betreiber Engelhardt das Areal mit einem Zaun absperren müssen. Die Verpflichtung, dass die Terrassen tatsächlich nicht genutzt werden, liege dann — so Ausschussvorsitzender Wening — bei ihm.

OB Janik kündigte an, dass die Stadt darauf schauen werde, dass ihre Vorgaben auch eingehalten werden. „Es werden regelmäßige Begehungen stattfinden“, sagte Janik. Damit entsprechen Stadt und Oberbürgermeister auch einer Empfehlung, die die Polizei explizit ausgesprochen hatte: „Sollte dem Antrag nicht stattgegeben werden, so muss unbedingt durch bauliche Maßnahmen (Bauzäune usw.) dafür gesorgt werden, dass das Gelände während der Bergkirchweih nicht trotzdem als Aufenthaltsraum für Benutzer genutzt wird.“

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Ralf H. Kohlschreiber

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