Mittwoch, 12.12.2018

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Erba-Häuser: Gewobau treibt Nachverdichtung in Erlangen voran

Pläne für das Gelände der abgerissenen Erba-Häusern bei der Stadt eingereicht - 28.02.2018 06:00 Uhr

7664 Quadratmeter groß ist das Gelände, auf dem früher acht Erba-Häuser standen. Jetzt hat die Gewobau die Pläne zur Nachverdichtung bei der Stadt eingereicht. Den Architekten ist ein bemerkenswertes Projekt mit viel Grünfläche gelungen. © Foto: Harald Sippel


Die inzwischen abgerissenen acht Erba-Häuser auf dem 7664 Quadratmeter großen Grundstück waren 2017 Gegenstand eines Bürgerentscheids, bei dem sich eine klare Mehrheit für den Abriss ausgesprochen hatte.

Die Pläne hat das Architekturbüro von Hubert Kress (KJS+Architekten) ausgearbeitet. Für eine Nachverdichtung sind das erstaunlich großzügige Pläne: es soll Grünflächen geben, überdachte Fahrradplätze, eine Tiefgarage und einen kleinen Wald. Auch sollen die Häuser nicht höher als zehn und 15 Meter werden. Die KJS-Architekten wollen "die Angersiedlung durch die Neubauten in der Sprache unserer Zeit angemessen im 21. Jahrhundert fortschreiben". Die Pläne zeigen, wie behutsam die Architekten mit dem vorhandenen Platz umgehen: Die neuen Gebäude sind nicht höher als die der Erba-Siedlung, zu den vielbefahrenen Straßen gibt es zwischen Fahrradständern und Müllboxen einen Geh- und Radweg als Abstand.

Einige der neuen Wohnungen haben "Garten mit Terrasse". Dieter Pömsl vom Stadtteilbeirat Anger/Bruck: "Die Gewobau hat immer Wert darauf gelegt, dass barrierefreie neue Wohnungen entstehen". So ist es auch geplant, die Wohnungen werden laut Gewobau barrierefrei.

Die KJS-Architekten haben das Grundstück nach eigenen Aussagen "neu interpretiert". Die Höhe und Dichte der südlich gelegenen Häuser in der Isarstraße und die Häuserzeilen im Osten und Südosten des Areals sollen "sinnfällig" verbunden werden. Weil die zusammengewachsenen Stadtflächen in diesem Fall eher heterogen seien, haben die Architekten sich für einzelne Häuser mit Gärten dazwischen entschieden. Wichtig war den KJS-Architekten über "Belichtung und Besonnung" bei der Nachverdichtung mit den 94 Wohnungen nachzudenken.

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In Erlangen bahnten sich die Bürger den Weg zu den Wahlurnen: Bei den Abstimmungen am Sonntag ging es um die Zukunft der Erba-Häuser sowie um die Durchführung der für 2024 geplanten Landesgartenschau.


Den Lärm von der viel befahrenen Äußeren Brucker Straße soll "ein schmaler fünfgeschossiger Baukörper mit eher kleinteiliger Wohnungsmischung" mindern. In der Mainstraße wird der Abstand zur Straße vergrößert und schafft so Platz für eine Baumreihe und Vorgärten. Weil die Gebäude dort unterschiedlich hoch werden, sind Durchblicke und Sonnenlicht sogar im Winter möglich.

An der Ecke der Johann-Jürgen-Straße wird das Gebäude viergeschossig, dies deshalb, um mehr Freifläche zu schaffen und die Sonnenenergie optimal zu nutzen. Stadtteilbeirat Dieter Pömsl: "Gebaut wird auch nach Niedrigenergie-Standard."

Wert haben die KJS-Architekten auch auf die Gliederung der Fassaden gelegt. Sie wird sich an der "qualitätsvollen Architektur der Erba-Siedlung orientieren".

Bei der Gewobau ist mit Beginn der Bauarbeiten im Herbst geplant, im Winter 2020 sollen dann die 94 Wohnungen fertig sein. Die effektiv zu zahlende Miete soll durch einkommensorientierte Förderung bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter liegen.

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Die Erba-Siedlung ist in Erlangen das älteste erhaltene Beispiel für den sozialen Wohnungsbau. Die Baumwollspinnerei (später ERBA AG) erbaute die Arbeiterkolonie gegenüber der Fabrik an der Äußeren Brucker Straße, am Erlanger Weg und an der Rheinstraße. Die 14 Mehrfamilienhäuser wurden in den 90er Jahren saniert. In den 30er und 60er Jahren errichtete die ERBA weitere Häuser für Arbeiter und Angestellte an der Äußeren Brucker Straße. Nun sollen die Bürger entscheiden, ob ein Teil der Siedlung saniert oder abgerissen werden soll.


 

Egbert M. Reinhold Erlanger Nachrichten E-Mail

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