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Freitag, 21.09.2018

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Erlangen: Logo warnt vor Gefahren des Alkohols

Aktion hat vor allem schwangere Frauen im Fokus - 09.09.2018 15:00 Uhr

Die Ärztin Heike Kramer mit dem Anti-Alkohol-Logo, das schwangere Frauen für die Gefahren des Alkohols sensibilisieren soll. © Harald Sippel


Der 9. September ist der "Tag des alkoholgeschädigten Kindes". Ein guter Anlass, das neue Logo der Öffentlichkeit vorzustellen, findet Heike Kramer. Die in Spardorf lebende ÄGGF-Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des FASD-Netzwerks Nordbayern hat sich dem Kampf gegen das Fetale Alkoholsyndrom verschrieben und macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass Frauen während der Schwangerschaft keinen Alkohol konsumieren sollten. Jeder Schluck Alkohol, so mahnt sie, bedeute für das Ungeborene ein Risiko.

Mit einer Wanderausstellung "Wenn schwanger, dann Zero" betreibt das FASD-Netzwerk zwar seit Jahren eine Aufklärungskampagne. Dennoch sei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hierzulande noch immer der häufigste Grund für nicht genetisch bedingte körperliche, geistige und psychische Behinderungen. Zirka 10 000 Kinder würden in Deutschland jedes Jahr mit FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) geboren.

Schon vor Jahren wurden in europäischen Ländern Warnhinweise auf Alkoholflaschen eingeführt, in Frankreich ist der Warnhinweis seit 2007 verpflichtend. Alternativ zu dem Text "Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken während der Schwangerschaft kann selbst in geringen Mengen schwere Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes nach sich ziehen" kann ein Piktogramm auf den Flaschen abgebildet werden. Es zeigt eine schwangere Frau, die ein Glas zum Mund führt. Mit einem roten Balken ist das Bild durchgestrichen.

Ein nicht sehr gelungenes Piktogramm, findet Heike Kramer "Das ist die nicht-informierte Täterin", findet sie. Deshalb habe man nun ein eigenes Logo entworfen. "Wir möchten eine informierte, selbstbestimmte Frau, die sich selbst entscheidet und sagt: Nein, nicht für mein Kind."

Der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Heike Kramer das neue Logo bereits vorgestellt. "Es ist kein Verbotszeichen, sondern ein Hinweis", sagt die Ärztin aus Spardorf.

Sie hofft, dass es anstelle des alten Piktogramms auf Bier-, Wein- und Spirituosenflaschen kommt. "Es sollte verpflichtend auf jeder Alkoholwerbung sein", sagt sie. Und meint: "Ich fände es toll, wenn wir Bierdeckel hätten, wo es drauf ist." 

ek

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