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Erlangen: Tänzerisch zu einer stabilen Gesundheit

Tanzhaus-Mitbegründer Axel Röhrborn hat sich dem von ihm entwickelten Ornamenttanz verschrieben - 26.11.2017 13:00 Uhr

Der Ornamenttanz kann mit vielen Personen je Tanzgruppe praktiziert werden, erklärt Axel Röhrborn. Er verweist mit dem Modell einer neu vernetzten Nervenzelle des Gehirns auf die therapeutische Wirkung des Tanzes (r.). © Peter Millian


Halbe Sachen sind offenbar Axel Röhrborns Sache nicht. Der aus Berlin stammende Mann, der als Mitbegründer des Tanzhauses in Erlangen eine ganz eigene Tanz-Tradition "erfunden" hat und sich seit 50 Jahren und bis heute als 78-Jähriger auch aktiv mit dem Tanzen und dessen physischen und psychischen Aspekten beschäftigt, hat seine Innovation Ornamenttanz auch "theoretisch" abgesichert und in ein dickes Heft mit grundsätzlichen Überlegungen und praktischen Tanzanleitungen geschrieben – "Ornamenttanz – ein Beitrag zur Gesundheitsförderung".

Dieses wendet sich an Tanzlehrer und Leiter von Tanzgruppen, aber auch an Sportstudenten mit dem Ziel, die neue Tanzform zu institutionalisieren. Röhrborn will – bei allem Vergnügen am Tanz – daran keinen Zweifel lassen, dass Ornamenttanz auch und vor allem ein Sport ist, der Konzentration und Kondition erfordert. Und Aufmerksamkeit für den Anderen, denn der Ornamenttanz ist eine Form des "social dancing" mit seinen historischen und modernen Bezügen zu den sogenannten Kontratänzen, den gruppenbezogenen Volkstänzen.

Die Ornamente, also die Schrittfolgen und Bewegungsmuster, hat Röhrborn sowohl selbst entwickelt als auch gesammelt. Wie Literatur-Verleger Gedichte für ihre Anthologien sammeln, hat er Tänze gesammelt – allein 29 Tänze hat er von internationalen Choreografen geschenkt bekommen. Dabei hatte er 48 bekannte Namen angeschrieben, immerhin 27 haben geantwortet und seine Sammlung bereichert.

Herausgekommen sind – in der Broschüre von Astrid Schenk vom Wabe-Journal mit liebevoller Akribie gezeichnet – Tänze, die so schöne Titel tragen wie "Bürgermeister", "Der glückliche Johannes" oder "Die schrägen Drei". Sie enthalten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und verlangen Formationen von drei bis zwölf Personen, die die Schrittfolgen gemeinsam einstudieren. Röhrborn: "Das ist zwar einerseits anstrengend, macht aber auch unglaublich viel Spaß."

Dabei weist Röhrborn (der übrigens im Jahr 2010 für seine gemeinschaftsfördernden Aktivitäten den Kulturellen Ehrenbrief der Stadt erhielt) besonders auch auf die gesundheitsfördernden Aspekte der Tanzform Ornamenttanz hin. Diese fördere die Sauerstoffversorgung des Gehirns, beuge Herzinfarkt und Schlaganfall vor, wirke Gefäßverkalkung entgegen, gehe gegen depressive Verstimmungen vor und sorge durch eine erhöhten Stoffwechsel im Gehirn für eine Aktivierung breiter Gehirnbereiche. In seine eigenen Ideen für die neue Tanzform fließen aber auch Erlebnisse aus der großen weiten Welt des Tanzens ein. So entdeckte er bei einem Rucksack-Urlaub in Brasilien in Recife das Casa de danca municipal, das städtische Tanzhaus, das ihn an den Kulturpunkt Bruck erinnerte und in dem Kurse und Events mit indigen-brasilianischen oder afro-brasilianischen Tänzen angeboten wurden. Dieser Kontakt führte zu einem regen gegenseitigen Austausch mit interessanten Besuchen und Kursangeboten.

Seit seiner Pensionierung als städtischer Angestellter im Jahr 2002 widmet sich Röhrborn verstärkt seinem professionell betriebenen Hobby. Im Februar 2018 startet er Kurse mit seinen neuen Tänzen und sucht dazu Multiplikatoren.

ZAxel Röhrborn (Kulturverein Erlanger Tanzhaus), Tel. 09131/ 20 14 03, axel.roehrborn@gmx.de 

PETER MILLIAN

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