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Ex-Exerzierplatz entwickelt sich zum Streitobjekt

Nach den Naturschützern wollen jetzt auch die Anwohner einen schonenden Umgang mit der stadtnahen Fläche - 16.01.2011 22:55 Uhr

ERLANGEN  - Die Zukunft des Naherholungsgebiets Exerzierplatz

Bedrohte Idylle: Im Naturschutzgebiet Röthelheimpark in Erlangen weiden (wie hier im Sommer 2009) die Tiere des Erlanger Schäfers Heinrich Bernard.
Bedrohte Idylle: Im Naturschutzgebiet Röthelheimpark in Erlangen weiden (wie hier im Sommer 2009) die Tiere des Erlanger Schäfers Heinrich Bernard.
Foto: Bernd Böhner
Bedrohte Idylle: Im Naturschutzgebiet Röthelheimpark in Erlangen weiden (wie hier im Sommer 2009) die Tiere des Erlanger Schäfers Heinrich Bernard.
Bedrohte Idylle: Im Naturschutzgebiet Röthelheimpark in Erlangen weiden (wie hier im Sommer 2009) die Tiere des Erlanger Schäfers Heinrich Bernard.
Foto: Bernd Böhner

besorgt Anwohner: Gegen die Pläne zur Errichtung des neuen Max-Planck-Institutes für die Physik des Lichts auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes an der Staudtstraße formiert sich zunehmender Widerstand in der Bevölkerung.

Die Bürgerinitiative „Rettet unseren Exerzierplatz!“ sammelt Unterschriften für eine Petition an den Bayerischen Landtag und lud nun

zu einer Informationsveranstaltung ein. „Wir sind überwältigt von dem großen Andrang heute Abend!“ Mit diesen Worten begrüßte Beate Oberle von der Bürgerinitiative „Rettet unseren Exerzierplatz!“ die gut 200 Besucher, die ins Stadtteilzentrum Röthelheimpark gekommen waren, um sich über die Bebauungspläne des ehemaligen Exerzierplatzes zu informieren. Der Raum platzte aus allen Nähten. Selbst vom Gang aus verfolgten Interessierte die hitzigen Debatten, die sich Anwohner, Umweltschützer und Erlanger Politiker, darunter Oberbürgermeister Siegfried Balleis, lieferten.

Der Grund für die Aufregung: Laut Bebauungsplan 380 der Stadt Erlangen, über den im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss am 15. März entschieden wird, sollen 11,5 Hektar Land zur Bebauung mit bis zu 20 Meter hohen Gebäuden und 1500 Parkplätzen freigegeben werden. Das Gebiet, derzeit ein beliebtes Naherholungsziel, ist im Flächennutzungsplan der Stadt als „Sonderbaufläche Universität“ ausgewiesen und liegt auf dem ehemaligen Exerzierplatz der US-Armee.

Dieser habe sich zu einem bedeutenden Biotop entwickelt, so Bianca Fuchs, Mitbegründerin der Initiative und Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Nürnberg-Fürth-Erlangen des Landesbunds für Vogelschutz: „Viele verschiedene, unter anderem bedrohte Tierarten leben hier.“ Durch die Bebauung würde auch das direkt angrenzende Naturschutzgebiet massiv geschädigt. Natürlich sei das Max-Planck-Institut herzlich willkommen, fügt sie hinzu. „Vielleicht aber nicht gerade hier.“

So ging es im ehemaligen „Easthouse“ vorrangig um die Frage, ob eine seriöse Prüfung von Alternativen stattgefunden hat. Das beteuerte Oberbürgermeister Balleis, räumte jedoch auch ein, dass der Freistaat in Erlangen kaum mehr Flächen zur freien Verfügung besitze. Harald Bußmann, Stadtrat der Grünen Liste, hielt dem entgegen, dass für das geplante Max-Planck-Institut auch Bauland aus der freien Wirtschaft aufgekauft werden könne: „Ich unterstelle mal, dass es in dieser Richtung keine Prüfung gab.“

Am 23. Januar plant die Initiative eine Menschenkette rund um das Baugebiet. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Fridericianum.

Nähere Informationen und Petitionslisten gibt es auch unter www.sebaldussiedlung.de/exer

  


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