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Farm brechen Geldauflagen und Spenden weg

Jugendfarm hat Minus von 35000 Euro in 2009 — Ab Herbst müssen Mitglieder für Ferienbetreuung zahlen - 12.07.2010 12:00 Uhr

Ponyreiten ist auf der Jugendfarm immer beliebt.

Ponyreiten ist auf der Jugendfarm immer beliebt. © Klaus-Dieter Schreiter


Mehr Raum für künstlerische Tätigkeiten, Kanu- und Wochenendfahrten so-wie Fortbildungen für Pädagogen sind nur einige der Neuerungen, mit denen die Jugendfarm wieder in finanziell sicheres Fahrwasser steuern will. „Die Jugendfarm ist eine riesige Ressource, und die müssen wir noch viel mehr ausschöpfen“, referierte Eva Kneißl-Beck, neue Leiterin des Abenteuerspielplatzes, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins.

So sei unter anderem geplant, ab Herbst verstärkt Kurse zur Umweltbildung für Kindergärten und Schulen anzubieten, und auf dem Gelände ein neues Biotop sowie ein Insektenhotel zu errichten. Schon jetzt gäbe es an den Samstagnachmittagen im Rahmen der „Offenen Tür“ Gelegenheit, kreativ tätig zu werden und etwa mit einem Künstler zu filzen oder zu malen, was früher nur in den Ferien möglich war. Außerdem sollen künftig mehr Bewegungsangebote auf dem Programm stehen.

Probleme gemeistert

Bereits 2009 hatte es zahlreiche Veränderungen auf der Jugendfarm gegeben, die allerdings hauptsächlich personeller und baulicher Natur waren: Mitunter verließ Eva Geßler zum Jahresende das pädagogische Team. „Die Wellen schlugen manchmal sehr hoch“, resümierte die erste Vorsitzende der Jugendfarm, Gisela Bolbecher. Doch Sozialpädagogin Kneißl-Beck habe die schwierige Zeit gut gemeistert. Dank einer Spende von 10000 Euro, die die Lebenshilfe der Jugendfarm hatte zukommen lassen, konnten indes die Hüttchen im Eingangsbereich fertiggestellt und der Pferdeunterstand modernisiert werden, so dass die Tiere nun Tag und Nacht draußen bleiben können.

Ein Grund für das fünfstellige Minus in 2009 sei das gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte eingebrochene Spendenaufkommen gewesen, referierte Bolbecher. Statt rund 25400 Euro in 2008 habe die Einrichtung vergangenes Jahr nur noch gut 12800 Euro an Zuwendungen von Firmen und Privatpersonen erhalten.

Des Weiteren hätten die Gerichte der Jugendfarm deutlich weniger Geldauflagen (8400 Euro) zugesprochen als noch 2008 (24400 Euro). Eine bedauerliche Entwicklung, wie die Vorsitzende findet. Schließlich seien die auf der Farm abgeleisteten Arbeitsstunden und damit der Betreuungsaufwand für die straffällig gewordenen Jugendlichen im selben Zeitraum sogar gestiegen.

Beliebte Ferienbetreuung

„Wir müssen immer mehr autark werden“, erklärte Bolbecher auch im Hinblick auf die angespannte Finanzlage der Stadt und kündigte an, verstärkt aussterbende Haustierrassen auf der Jugendfarm einzuführen und sich um Fördermittel dafür zu bewerben.

Bei der beliebten Ferienbetreuung stehen derweil ebenfalls Änderungen an: Konnten Mitglieder ihre Kinder bislang kostenlos bringen, müssen sie ab kommendem Schuljahr die Hälfte des Tagessatzes von zehn Euro pro Kind und Tag übernehmen. „Wir sind dann immer noch ein Drittel und mehr günstiger als vergleichbare Angebote“, berichtete der stellvertretende Vorsitzende Hans-Joachim Drossel.

Kritisch sahen viele Mitglieder das obligatorische Essensgeld von zusätzlich drei Euro pro Kind und Tag in der Ferienbetreuung, weil ihren Töchtern und Söhnen die Gerichte nicht schmeckten. „Es ist auch ein pädagogisches Konzept, gemeinsam mit den Kindern zu kochen“, hielt Kneißl-Beck dagegen. „Ich kann doch einem Kind nicht verbieten zu essen, nur weil seine Eltern nicht bezahlt haben.“

Über aktuelle Angebote wie den Bau eines Vulkanofens informiert die Jugendfarm im Internet unter www.jugendfarm-er.de
  

Astrid Löffler

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