Mittwoch, 19.12.2018

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Lewin–Poeschke-Anlage erinnert an Mordopfer

Shlomo Lewin und Frida Poeschke waren vor 30 Jahren vor ihrem Haus in der Ebrardstraße erschossen worden - 15.12.2010 22:57 Uhr

Oberbürgermeister Siegfried Balleis enthüllt das Straßenschild für die neue Lewin-Poeschke-Anlage. Damit soll an die beiden Mordopfer erinnert werden, allerdings ist keine Erklärung an dem Schild angebracht. © Bernd Böhner


Schlomo Lewin, der jüdische Verleger und ehemaliger Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke, die Witwe des ehemaligen Oberbürgermeisters Michael Poeschke, waren am 19. Dezember 1980 in der Ebrardstraße vermutlich von einem Mitglied der rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ erschossen worden.

Oberbürgermeister Siegfried Balleis wies darauf hin, dass sich Lewin für die Aussöhnung von Juden und Christen eingesetzt habe. Auch habe er seit 1978 die „Woche der Brüderlichkeit“ vorbereitet. Lewin wurde dabei von der in diesem Jahr verstorbenen Ilse Sponsel und Helmut Schmitt vom Bürgermeister- und Presseamt unterstützt. Frida Poeschke habe Shlomo Lewin, den sie 1964 kennen lernte, ein Zuhause mit „Wärme und Geborgenheit“ geboten.

Shlomo Lewin wurde in Haifa beigesetzt. Die Inschrift auf seinem Grabstein lautet: „Hier ruht unser teurer Rabbi Shlomo Salman Lewin, Sohn des Rabbi David Eliahu, ermordet von Händen von Bösewichten. Gott wird sein Blut rächen“. Frida Poeschke ist neben ihrem 1959 verstorbenen Mann Michael Poeschke auf dem Zentralfriedhof bestattet.

 

emr

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