Freitag, 16.11.2018

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Momentan kein Strom in Kleinsendelbach

Gemeinderatssitzung wurde wegen Sanierung verlegt - 24.08.2018 15:00 Uhr

Energetisch optimiert wird derzeit das Kleinsendelbacher Rathaus. Wegen der Arbeiten wurde der Strom abgestellt, so dass der Gemeinderat umziehen musste. © Petra Malbrich


Da es in erster Linie um energetische Verbesserungen geht, musste der Strom im Rathaus abgestellt werden, so dass es unter anderem immer dunkler im Saal geworden wäre, je länger die Sitzung gedauert hätte. Die Elektroarbeiten waren auch gleich das Thema am runden Tisch des Gremiums in dem Mehrzweckgebäude, das sich nicht weit entfernt befindet.

Auch in dem Raum des Rathauses, den die Pfadfinder mit benutzen, und in dem Sitzungssaal sind schließlich Optimierungen vorgesehen. Internetanschlüsse in jedem Raum und die Möglichkeit zum Fernsehen sollen geschaffen werden.

Im Mai wurde ein Angebot über die Elektroarbeiten in Höhe von 29 636,77 Euro brutto angenommen. Durch die nun zusätzlichen Maßnahmen musste das Leistungsverzeichnis ergänzt werden.

Die Teuerung würde über 6000 Euro, die Elektroarbeiten für die zusätzlichen Arbeiten dann gesamt 35 886,70 Euro brutto betragen. Doch Hildegund Fischer (Dorfgemeinschaft) fand im dem Leistungskatalog keine Posten für den "Pfadfinderraum". Stattdessen sorgten E-Mails mit den Angeboten für die energetische Sanierung an die Gemeinderäte für etwas Verwirrung.

Denn neben den zusätzlichen Elektroanlagen sollte der Rat auch über eine Ent- und Belüftungsanlage entscheiden. Außer den dafür vorgesehenen 11 000 Euro kämen laut Fischer nochmals 11 000 Euro für die Elektroarbeiten für die Lüftungsanlage hinzu.

Weiteres Angebot

"Es ist alles vermischt. Wir vergeben heute Elektroarbeiten über 46 000 Euro", so Hildegund Fischer. Auf den Unterlagen stünde zwar die Entlüftungsanlage, doch in einem weiteren Angebot würden die Elektroarbeiten mit Kosten für diese Lüftungsanlage aufgeschlüsselt sein. Die Gemeinderätin: "Das wird dann eben das nächste Mal beschlossen".

Bürgermeisterin Gertrud Werner (Unabhängige Wählergruppe) stimmte Fischer zunächst zu — verwundert, weil vom Firmeninhaber etwas anderes genannt worden war. Noch in der Sitzung versuchte sie, diesen telefonisch zu erreichen, um Klarheit in die Sache zu bringen. Denn ohne das zweite Angebot mit den Elektroarbeiten für die Lüftungsanlage hätte eine Lüftungsanlage keinen Sinn. Dann allerdings schien es, als handele es sich um ein anderes Angebot der Firma, in der ein Angebot nur die Geräte vorsieht und in dem anderen Teil die Elektroarbeiten.

Trotzdem war das Hildegund Fischer zu undurchsichtig: "Es geht um viel Geld." Sie stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, bis Leistungen und Kosten richtig geklärt sind. Mit einer Stimme Mehrheit wurde Fischers Antrag zugestimmt, obwohl Bürgermeisterin Werner erklärte, dass sich die Baustelle dadurch wieder verzögere.

Schon in der vergangenen Sitzung hatte Fischer die Angebote genau geprüft und bei der Vergabe der Fußbodensanierung im Kinderhaus das vermeintlich günstigere Angebot als teurer gefunden, weil der Skonto nicht beachtet worden war. Für das "teurere" Angebot hatte der Rat dann gestimmt.

Bürgermeisterin Werner hatte sich deshalb nochmals in der Verwaltung erkundigt. Der Skonto würde lediglich 35 Euro ausmachen, aber die Firma wolle 50 Prozent Vorauszahlung. Deshalb habe die Verwaltung vor einigen Wochen das günstigere Angebot genommen, ohne den Skonto zu berücksichtigen. Eine Vorauszahlung wollte man eigentlich nicht, verteidigte Werner die Verwaltung, die dem Vorwurf ausgesetzt war, die Angebote nicht richtig zu prüfen.

In einem schlechten Zustand befindet sich die Gemeindeverbindungsstraße von Kleinsendelbach nach Großenbuch. Sie ist teilweise brüchig — altersbedingt und durch die starke Frequentierung. Die Firma Strabag AG würde die Straße für 78 992,34 Euro erneuern. Der Preis umfasst eine Fläche von 3800 Quadratmeter, was laut Hildegund Fischers Berechnung einer Straßenlänge von 950 Metern bei vier Metern Breite entspräche. Ob die Straße verbreitert werden soll, da es laut ihren Messungen auch nur 750 Meter Straße sind, wollte Fischer wissen. Sie ist den Weg mit dem Fahrrad abgefahren. Bürgermeisterin Gertrud Werner verneinte: "Wir können nicht in Privatgrund gehen." Es würde genau nach Quadratmeter abgerechnet werden, beruhigte sie.

Bei der Überbausanierung der Brücke "Brander Weg" muss ebenfalls finanziell nachgebessert werden. Da sich nach Bauvorgaben seitens des Bauamts höhere Baukosten ergeben, fallen auch die Honorarkosten höher aus. Aus den vormals 10 000 Euro werden nun 23 859,50 Euro brutto.

  

PETRA MALBRICH

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