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„Mundraub“ in Spardorf bald erwünscht

Gemeinderatwill Streuobstwiesen mehren — Bürger dürfen naschen - 25.02.2015 17:54 Uhr

Streuobst ins Bewusstsein zu bringen, hat sich der Spardorfer Gemeinderat zum Ziel gesetzt. Davon sollen die Bürger und die Gemeinde profitieren.

Streuobst ins Bewusstsein zu bringen, hat sich der Spardorfer Gemeinderat zum Ziel gesetzt. Davon sollen die Bürger und die Gemeinde profitieren. © oh


Die Gemeinde Spardorf liege am Rande der Fränkischen Schweiz und damit auch am Rande eines traditionellen Obstanbaugebietes, stellte Gemeinderat Andreas Förster (Neue Liste) den Antrag seiner Gruppierung vor. Nachdem der Ertragsobstanbau gegenwärtig eine untergeordnete wirtschaftliche Rolle in der Region spiele, würden immer häufiger Streuobstanlagen aufgelassen, beziehungsweise gerodet. Da solche Streuobstwiesen nach Meinung von Förster nicht nur wirtschaftlich zu betrachten seien, sondern auch ein landschaftsprägendes und ökologisch wertvolles Element darstellen, solle die Gemeinde Spardorf die vorhandenen Flächen erhalten und erweitern.

Die Verwertung des regional erzeugten Obstes solle den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen, sagte Förster. Die Koordinierung könnte ein ortsansässiger Verein übernehmen, die Pflege der Streuobstwiesen könnte der Bauhof der Gemeinde Spardorf unter Mithilfe des Maschinenrings machen.

Ökokonto auffüllen

Bürgermeisterin Birgit Herbst (Neue Liste) sah den Antrag ebenfalls unterstützenswert. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt dafür, ein solches Projekt anzugehen, so die Kommunalpolitikerin. Etwaige neu hinzugewonnene Streuobstwiesen könnten auch den positiven Nebeneffekt erzielen, dass sie als Flächen für das gemeindliche „Ökokonto“ dienen. Hier sind ökologisch hochwertige Flächen erfasst, die bei der Ausweisung von neuen Baugebieten als Ausgleichsflächen herangezogen werden können. Für die Schaffung solcher Streuobstwiesen gebe es auch Förderungen, die bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten ausmachen würden. Die Umsetzung des Antrages wäre also für die Gemeinde eine kostengünstige Möglichkeit, ihr Ökokonto aufzufüllen. Gemeinderat Wolfgang Wagner (Freie Wähler) hielt den Antrag ebenfalls für unterstützungswürdig.

„Daumen hoch“, gab es nach kurzer Diskussion auch von der CSU. Herbert Sommerer, konnte dem Antrag auch viel Positives abgewinnen; ebenso wie auch Gemeinderat Ulrich Wasielewski (SPD), der meinte, dass die Gemeinde Spardorf im Besitz vieler geeigneter Flächen für dieses Projekt sei. Eventuell sei es aber auch möglich, von der Stadt Erlangen noch Flächen zu erwerben, die im Gemeindegebiet von Spardorf liegen würden. So beschloss der Gemeinderat einstimmig, vorhandene Streuobstwiesen im Gemeindegebiet Spardorf zu erhalten und eventuell von der Stadt Erlangen zusätzliche Flächen zu erwerben. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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