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Samstag, 22.09.2018

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Neue Leitung wird durch Erlanger Wiese gepflügt

Stadtwerke nutzen bundesweit als erste Wasserversorger neue Technik - 31.08.2018 06:00 Uhr

Neues Verfahren bei der Verlegung der dritten Wasserleitung durch den Wiesengrund: Mittels eines Windenfahrzeugs und des Verlege-Pflugs und seines „torpedoförmigen“ Teils werden die blauen Röhren bodenschonend in einer Tiefe von 1,90 Meter platziert. Dabei hat Rolf Bergmann (r.) ein waches Auge. © Harald Sippel


Einen Verlege-Pflug, ein Windenfahrzeug und etwa acht Mann, die ihren Job machen – mehr braucht‘s nicht, um in wenigen Tagen die Rohre für die dritte Wasserleitung zwischen Schallershof und Bruck zu verlegen. Die rund 700 Meter quer durch den Wiesengrund nach der herkömmlichen Methode mittels Bagger und Rohrgraben zu verlegen, hätte deutlich mehr Bodenschäden und erhebliche Mehrkosten verursacht. Das neue Verfahren dagegen sei unterm Strich etwa 40 Prozent günstiger als jene klassische Methode, so Rolf Bergmann, Projektleiter der Stadtwerke. Er setzt die Kosten bei etwa 180 000 Euro an. Dazu kommen noch rund 100 000 Euro Materialkosten. Auch deswegen haben sich die Erlanger für die Rohrpflug-Technik entschieden.

Stadtwerke-Vorstand Wolfgang Geus ist jedenfalls von der Sache und Methode überzeugt. Dabei werden die Röhren mit einem Außendurchmesser von 45 Zentimetern zunächst ausgelegt und verschweißt. Die Pflugmaschine formt im Zusammenspiel mit dem Windenfahrzeug und mit ihrer "Haifischflosse" sowie einem torpedoförmigen Teil das gewünschte Rohrbett in etwa 1,90 Metern Tiefe, in das schließlich jene Rohrstränge von etwa 250 Metern Länge langsam eingezogen werden. Für diese 250 Meter braucht man zwischen zwei und drei Stunden, wenn nicht gerade dicke Steinbrocken im Wege liegen. Nach Ende der Arbeiten wird die offene Bodennarbe, die kaum einen solchen Eingriff vermuten lässt, mit einem Kettenbagger wieder plattplaniert und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Sind die Rohrleitungen bis zur Regnitz hin verlegt, geht es im nächsten Jahr weiter. Dann werden nochmals etwa 350 Meter unter der Regnitz hindurch verlegt – Richtung Osten. Denn genau dort werden rund 75 Prozent der gesamten Wassermenge verbraucht, lediglich 25 Prozent im Westen.

Zwei Säulen der Versorgung

Die Wasserversorgung der Stadtwerke ruht auf zwei Säulen: Eigengewinnung und Fremdbezug. Dabei werden rund 2/3 des benötigten Trinkwassers in den Wasserwerken gefördert und rund 1/3 von einem überregionalen Fernwasserversorger bezogen. Sowohl die Einspeisung dieser Fernwassermengen als auch die Förderung eines Großteils des eigenen Wassers erfolgen westlich des Regnitzgrundes. Lediglich das Wasserwerk Ost speist östlich des Regnitzgrundes ins Wassernetz ein. Somit muss die Hälfte der westlich eingespeisten Wassermenge in den Osten transportiert werden – rund 1,65 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.

Momentan verlaufen zwei Leitungen von West nach Ost. Aber der Wasserbedarf in den östlich der Regnitz gelegenen Stadtteilen steigt. Und der Siemens-Campus wird kommen. Allein für dieses Quartier wird bis zum Jahr 2030 eine schrittweise Erhöhung des Wasserbedarfs von einer Million Kubikmetern pro Jahr prognostiziert. Mit der nun dritten Wasserleitung sollte jedoch die Versorgung des Ostens auch künftig gesichert sein.  

RAINER WICH

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