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Neunkirchen bekommt einen Waldkindergarten

Der Gemeinderat hat sich bei nur einer Gegenstimme für die baldige Einrichtung ausgesprochen - 17.11.2017 15:00 Uhr

Draußen spielen ist für Kinder das Größte. © Klaus-Dieter Schreiter


Als Träger des Neunkirchener Projekts hat sich erfolgreich die örtliche "Diakonie für Kinder und Jugend e.V." beworben. Sie will die neue Betreuungsstätte in freier Natur als Außenstelle des Evangelischen Kindergartens betreiben. Nachfrage sei vorhanden, versicherte die Gemeindeverwaltung auf eine Rückfrage im Gemeinderat.

Dem Diakonieverein schwebt die Bildung einer Waldkindergarten-Gruppe mit 16 Drei- bis Sechsjährigen vor, die auf 20 Kinder erweiterbar ist. Der tägliche Betrieb soll montags bis freitags von 7.30 bis 14 Uhr stattfinden, die Einrichtung spätestens Anfang September nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Zunächst müssen umfangreiche Genehmigungsverfahren von Behörden durchlaufen und vorab Sicherungsmaßnahmen wie Baumkontrollen nach starken Winden und der Ersatzbetrieb in festen Räumen bei Wetterunbilden geregelt werden. Zudem stehen auch noch Grundstücksverhandlungen an.

Daher hat die Gemeindeverwaltung im Oktober bereits mit dem Landratsamt, dem Forstamt und dem Diakonieverein eine Ortsbegehung zu einem denkbaren Standort vorgenommen. Er läge im Waldgebiet Pfaffenau westlich des Ebersbacher Talgrunds.

Da die Kinder bei dem Projekt von einer Sammelstelle in den Aufenthaltsort Wald geführt werden, böte sich hierfür ein Platz gegenüber der Grüngutsammelstelle an der Gemeindestraße Neunkirchen—Rosenbach an. Verbindlich ist der Waldkindergarten-Standort aber noch nicht festgelegt, sondern nur die Realisierung einer solchen Betreuungsstätte beschlossen.

Natürlich gehört zur Ausstattung wie überall (in Deutschland gibt es laut bundesweitem Dachverband bereits über 1500 Wald- und Naturkindergärten) auch eine Rückzugsgelegenheit bei stürmischen Wetter, starkem Regen und ähnlichen Misslichkeiten. Die Zufluchtsstätte kann eine Hütte oder ein Bauwagen mit Toilette und Heizung sein. Die Diakonie schätzt die Investitionskosten auf zirka 95 000 Euro plus 2000 Euro für Rodung und Baumpflege.

Kein Lückenfüller

Dem Verein schwebt vor, dass dafür die Kommune einspringt; und will im Gegenzug den Betriebs- und Personalkostenaufwand übernehmen. Dazu erhebt sie Elternbeiträge, kann aber auch auf staatliche und kommunale Zuschüsse nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz rechnen. Die Marktgemeinde müsste hierzu jährlich gut 22 000 Euro beisteuern. Der neue Waldkindergarten ist nicht als Lückenfüller bei der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen gedacht. Er ist ein alternatives pädagogisches Angebot. Dennoch hofft man sich von ihm zunächst auch etwas Entlastung.

Neunkirchen muss nämlich auch Masse liefern. Im Rahmen der Bedarfsplanung 2017 bis 2020 werden vom Gemeinderat folgende Quoten für die Kinderbetreuung angepeilt: Für die unter Dreijährigen (derzeitiger Versorgungsgrad 42 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe) soll 2018 schon ein Angebot für 48 Prozent und 2020 für 55 Prozent zur Verfügung stehen.

Sehr günstig erscheint schon die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen (97 Prozent), es soll dennoch auf 100 Prozent steigen. Für die älteren Kinder bis zehn Jahre strebt man eine Verbesserung von 54 auf 59 Prozent in den nächsten drei Jahren an. Künftig eine Balance zwischen Gastkindern und "Ausreisenden" angestrebt. Laut einer Analyse, die Michael Mosch von der Verwaltung vortrug, wird man um die Bereitstellung von neuen Räumen für die Kinderbetreuung nicht herumkommen, zumal die Hortplätze in der Dormitzer Straße Ende August 2018 wegfallen. Zu den Abhilfe-Ideen gehört auch ein Neubau in Nähe der Grundschule zur Unterbringung der Hortkinder aus den Standorten Fröschau und Dormitzer Straße.

Die heutige Unterrichtsstätte am Deerlijker Platz wackelt aber selbst: Sie bedarf einer Erweiterung oder eines Neubaus. Letzterer könnte, wie Andreas Pfister (SPD) und Martin Walz (CSU) erinnerten, gut und gern auch neben der Mittelschule am Schellenberger Weg erfolgen (Zusammenschluss zum Schulzentrum). In diesem Fall, so Bürgermeister Heinz Richter auf EN-Nachfrage, würde das alte Grundschulgebäude nicht anderweitig genutzt, sondern abgerissen.

  

HEINZ GÖPFERT

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