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Probe für Georgstreue in Effeltrich

Schnee und Regen beim Georgi-Ritt _ Viele reiter und Zuschauer - 18.04.2017 11:00 Uhr

Den Pferden macht die Kälte nichts aus, den Menschen an sich schon; dennoch ließen sich viele nicht davon abhalten, am festlichen Umzug zu Ehren St. Georgs teilzunehmen. Fotos: Ralf Rödel


Bei dieser Pferdewallfahrt lassen die oberfränkischen Bauern und Reiter traditionell ihre Pferde segnen. Die Fürsprache des Heiligen Georg soll diese treuen Helfer der Menschen vor Unheil bewahren; denn der im 3. Jahrhundert n. Chr. unter dem römischen Kaiser Diokletian als Märtyrer gestorbene Heilige ist der Schutzpatron der Bauern, der Reiter und der Pferde. Der Heilige Georg ist auch der Namensgeber der Effeltricher Wehrkirche; als Drachentöter, der den bösen Mächten mit seiner Lanze den Todesstoß versetzt, steht er außen vor der Kirchenburg und rechts neben dem Eingang in die Kirche.

In diesem Jahr hatte der Heilige sich anscheinend vorgenommen, den Glauben der Effeltricher auf die Probe zu stellen: Am Ostermontag regnete es seit dem frühen Morgen; im Laufe des Vormittages fielen die Temperaturen auf zwei Grad Celsius, und die Regentropfen verwandelten sich in Schneeflocken. Dennoch hatten sich erstaunlich viele Pferdebesitzer und Zuschauer eingefunden, die trotz der ungemütlich-feuchten Kälte geduldig auf das Ende der Messfeier und den Beginn des Umritts warteten.

Für die Außenzeremonie stellten sich Pfarrer Jürgen Dellermann und Diakon Norbert Naturski unterhalb der Georgssäule vor der Kirchenburg auf. Nach einer kurzen Predigt mit Gebet bahnten sie sich hinter den beiden Reitern mit grün-gelb geschmückten Kreuzen, die den Festzug anführten, einen Weg durch die Zuschauer und die vielen bunten Regenschirme. Ihnen folgten die Ministranten, die Musiker der Blaskapelle, Männer und Frauen in prächtiger Effeltricher Tracht, letztere mit "Hohem Kranz" oder rotem bzw. weißem Kopftuch, wie Bürgermeisterin Kathrin Heimann, die zahlreichen Reiter mit langen Regenmänteln und schließlich etliche Kutschen.

In Anbetracht des nicht nachlassenden Regens beschränkte man sich darauf, die Kirchenburg, statt wie sonst dreimal, heuer nur einmal zu umrunden. Danach erteilte Pfarrer Dellermann von seinem Platz unterhalb der Georgssäule aus allen Teilnehmern des Festzuges und Pferden den Segen.

Im Anschluss an den Georgi-Ritt und am Nachmittag konnten interessierte Besucher sich im Pfarrhof St. Georg aufwärmen und die Ausstellung "Effeltrich auf Kalenderblättern" besuchen.

  

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