Samstag, 17.11.2018

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Rettungshunde im Landkreis ERH geprüft

Aufregung für Yoko, Biene und Lennox - 12.08.2018 13:00 Uhr

Die Suche im Wald erfordert viel Ausdauer bei Hund und Mensch. © Norbert Hrdy


Zuerst waren die Menschen dran. Sie mussten ihr Wissen bei einem umfangreichen Theorietest unter Beweis stellen. Und dann kamen die Hunde an die Reihe. Auf einem freien Grundstück neben dem Gebäude des Bayerischen Roten Kreuzes in Höchstadt begannen die Praxisteile.

Zuerst mussten alle 34 Teams den Verweistest bestehen. Dabei dürften die Vierbeiner einem hilfsbedürftigen Menschen nicht zu nahe kommen oder ihn belästigen, denn im echten Einsatzfall muss gewährleistet sein, dass die Hunde einen möglicherweise schwer Verletzten nicht bedrängen.

Gleich danach ging es weiter zur Unterordnung. Bei diesem Gehorsamkeitstest kommt es auf das gute Zusammenspiel der Teams an. Geprüft wurde unter anderem, ob der Rettungshund auf Kommandos korrekt reagiert und seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt.

Nach dem Bestehen dieser Teilprüfungen stand für alle Prüflinge die Flächensuche in einem gut 30 000 Quadratmeter großen Waldgelände nahe Röttenbach auf dem Programm: Dort waren ehrenamtliche Helfer, die Verletzte darstellten, versteckt. Nur 20 Minuten hatten die Teams Zeit, zwei Vermisste zu finden.

Von Leipzig bis München waren die Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen angereist. Insgesamt bestanden haben 19 Hunde.

Die Teams, die die Prüfung nicht bestanden haben, können den Test maximal fünfmal wiederholen.

"Wir sind stolz auf die Leistung von unseren drei Teams aus Mittelfranken und freuen uns, dass sie die Prüfung mit Erfolg gemeistert haben", berichtet Ingrid Bierschneider von der Johanniter-Rettungshundestaffel in Mittelfranken. Bierschneider hatte die zentrale Prüfung gemeinsam mit ihrer Staffel vorbereitet. Dass nicht alle Teams bestanden haben, sei nicht ungewöhnlich.

"Die Prüfungen sind für Mensch und Tier eine große Herausforderung: Beide stehen unter starkem Stress, das Zusammenspiel muss punktgenau funktionieren. Da entscheiden manchmal Kleinigkeiten oder die Tagesform über das Bestehen", erläutert Bierschneider. "Doch die Richtlinien müssen so streng sein. Schließlich geht es im Ernstfall um Menschenleben." 

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13 050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten.

Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen.

In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 15 Minuten bis zu 30 000 Quadratmeter absuchen. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre. 

nn

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