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So gut klingt Erlangen

Zweimal Jazz von höchst unterschiedlicher Prägung - 12.06.2010

Die beiden Dortmunder Teile des Triptychons fassen wie bei einem Flügelaltar das motivische Mittelstück aus der Kreuzkirche in Marl ein und sind mit jeweils über 16 Minuten eines improvisierten Duetts auch physisch interessant - auch auf guten Orgeln wird das Spiel sehr schnell athletisch.

Mit Triptychon ist Treuheit zudem der Schritt in die westdeutsche Jazz-Szene gelungen. Mal sehen, was er noch von sich hören lässt. pm

Triptychon, Sogracords LC 11469

Von den Neujahrskonzerten von Rainer Glas und seinem Universal Ensemble gibt es bereits zwei Aufnahmen, die »Rainbow Suite live 2010« ist die dritte Scheibe. Und wohl die bislang beste, musikalisch wie aufnahmetechnisch. Entstanden ist die über 77 Minuten lange CD aber nicht beim Neujahrskonzert im Erlanger Markgrafentheater (das war sozusagen die Generalprobe), sondern im Theater der Stadt Schweinfurth, wo das Studio Franken des Bayerischen Rundfunks seine Aufnahmegeräte platziert hatte und einen Mitschnitt allererster Sahne machte.

Das musikalische Material ist breit gestreut wie stets bei den Universal-Konzerten - bis auf Juan Tizols und Duke Ellingtons Dauerbrenner »Caravan« gibt es nur Eigenkompositionen (von Rainer Glas bis zur Schlagzeugerin Carola Grey), die es rhythmisch wie melodisch in sich haben, Jazz als Weltmusik mit Einflüssen aus fünf Kontinenten und einem guten Dutzend Kulturen.

Beispielsweise bei Carola Greys Mad-Ras, einem rhythmisch völlig vertrackten Stück eines indischen Musiklehrers von Grey, das sie erst einmal vokal vorbereitet, bevor sie dem Stück die Felle ihres Schlagzeugs über die Ohren zieht.Mit Fachkräften wie Jörg Widmoser (violin), Johannes Faber (tr) und Leszek Zadlo sowie Jan Miserre am Piano eine musikalische Weltreise mit Suchtfaktor. pm

The Rainbow Suite live 2010, Wor Music 271 

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