Samstag, 17.11.2018

|

Soll der Wald dem Sportplatz weichen?

Klare Absage zu den Erweiterungsplänen des SV Tennenlohe - Umweltgruppen: Den Bannwald nicht antasten - 17.12.2007

Die Mitglieder der Kreisgruppe Erlangen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald versammeln sich an der Stelle im Tennenloher Bannwald, wo sich die neue Grenze des Sportplatzes befinden würde. Norbert Grasse, Rolf Trummer, Helmut Horneber, Karl Riemann und Michael Zimmermann sind gegen die Erweiterung. © Bernd Böhner


Dabei markierten die Naturschützer vor Ort jene Waldflächen, die der geplanten Sportplatzerweiterung des SV Tennenlohe zum Opfer fallen würden. Diese Aktion war der Auftakt zu einer Unterschriftenaktion gegen die geplante Rodung im Europäischen Vogelschutzgebiet Sebalder Reichswald.

Karl Riemann, Vorsitzender der Erlanger Kreisgruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, zeigt sehr wohl Verständnis für den Bedarf des SV Tennenlohe: «Die große Leistung des Sportvereins gerade für die Tennenloher Jugend ist völlig unbestritten». Unverständlich bleibe für ihn jedoch, wieso der Sportverein nicht vor wenigen Jahren die für ihn reservierten Vorbehaltsflächen im Süden von Tennenlohe genutzt habe. Damals habe der Verein jedoch erklärt, dass die derzeitigen Sportflächen durchaus ausreichen würden.

Letzter Zufluchtsort

Sollte der Bedarf jedoch in wenigen Jahren tatsächlich so stark angestiegen sein, wäre nach Meinung von Rolf Trummer von der Natur und Umwelthilfe Erlangen eventuell der Bau eines dritten Sportfeld auch ohne große Rodungsmaßnahmen möglich. Hierzu müsste der Sportverein lediglich seine Tennisplätze an einen anderen Ort in Tennenlohe verlegen. Leider ziehe jedoch der SV Tennenlohe die Waldrodung einer effektiveren Nutzung der vorhandenen Flächen vor.

Auch der frühere Erlanger Forstdirektor Helmut Horneber wendet sich gegen den unwiederbringlichen Verlust von Bannwald. Der ehemalige Forstamtsleiter: «Der Bannwald in Erlangen darf nicht angetastet werden - schon gar nicht in einem Umweltjahr mit dem Motto ,natürlichERLANGEN‘».

Der Wald sei letzter Zufluchtsort für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, betont auch Michael Zimmermann von der Natur und Umwelthilfe Erlangen. Die Reste von Wald im Stadtgebiet dürften nicht kurzfristigen Interessen geopfert werden. Der als «Storchenvater» bekannt gewordene Umweltschützer ist fest davon überzeugt, in Tennenlohe für die Tennisplätze einen anderen Ort zu finden.

Norbert Grasse vom Bund Naturschutz verweist auf die große Erholungsbedeutung der Waldfläche für die Tennenloher und innerstädtische Bevölkerung. Eine Rodung würde auch die Qualität und die Waldführungen des Walderlebniszentrums Tennenlohe so empfindlich beeinträchtigen, dass man sogar über eine Verlegung der wichtigsten Erlanger Umweltbildungseinrichtung nachdenken müsse.

Unterschriftenliste liegt aus

Dass auch «neutrale» Waldbesucher erst einmal betroffen über die geplanten Rodungen sind, ist für die Umweltschützer ein Grund mehr, ihrer Forderung nach Erhalt Nachdruck zu verleihen. Zudem sei vielen Bürgern erst durch die Markierung bewusst geworden, dass auch der bisherige Rad- und Fußweg verlegt werden muss.

Um besorgten Bürgern Gelegenheit zu geben, ihren Bedenken Ausdruck zu verleihen, liegt eine Unterschriftenliste gegen die Bannwaldrodung noch bis zum bis 21. Dezember in einem Informationspavillon der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gegenüber dem Haupteingang des Walderlebniszentrums am Franzosenweg 60b aus. pm 

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Erlangen