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Sportlerwahl: Beranek schreibt Triathlon-Geschichte

Die Erlanger Titelverteidigerin Anja Beranek hat auf Hawaii Historisches geschafft - 03.01.2017 10:00 Uhr

Das Lächeln einer Siegerin: In Wales lief Anja Beranek zuletzt wieder als Erste durch den Zielbogen. © Foto: privat


Pssssst. Könnten Sie kurz mal näher an Ihre Zeitung heranrücken? Wir wollen Ihnen etwas verraten, aber nur, wenn Sie es nicht weitererzählen. Gut? Okay. Es soll ja eine Überraschung werden für die Leser der Nürnberger Nachrichten, vor allem aber für Nürnbergs Sportlerin des Jahres 2016: Anja Beranek.

Ja, genau.

Von Anja Beranek wollen alle etwas haben und mittlerweile ist diese Fränkin für alle Franken so erfolgreich, dass für mindestens fünf Städte etwas übrig bleibt; für ihre Geburtsstadt Bamberg, für Fürth, die Stadt, in der sie aufgewachsen ist, für Nürnberg, der Stadt in der sie lebt, für Roth als Stadt, in der einst alles begann und natürlich für Erlangen, für dessen Turnverein von 1848 sie startet.

(Dass sie inzwischen auch noch mit ihrem Freund Marco Müller in Kayh bei Tübingen wohnt, mehrere Wochen im Jahr in Las Playitas auf Fuerteventura verbringt, im Dezember in Thailand trainiert hat und ansonsten von einem hochkarätigen Triathlon zum nächsten reist, das lässt sich vorzüglich zwischen Klammern andeuten.) Überall, wo Anja Beranek gelebt hat, wo sie trainiert, wo sie gewonnen hat und auch dort, wo sie gescheitert ist, hat sie die Menschen berührt.

Seit dem 8. Oktober 2016 gilt das auch für das Städtchen Kona im Pazifik.

Anja Beranek wollte Triathlon machen, seitdem sie mit ihren Eltern in Roth an der Strecke stand, in der Menge unterging und sich faszinieren ließ von Frauen und Männern, die den ganzen Tag Sport machen durften. Das war ihre Begründung dafür, dass sie 2007 als Siebte in Roth debütierte, gerade einmal 22 Jahre alt, auf einem geliehenen Rennrad.

Sie wollte immer nur den ganzen Tag Sport machen, wobei das für viele Teilnehmer beim Challenge gelten mag, für die Fürther Vereinserlangerin aus Nürnberg sicher nicht. Schon beim ersten Mal lief sie bereits am frühen Nachmittag durch den dröhnenden Zielkanal von Roth, seitdem verbessert sie ihre Bestzeit für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in schöner Regelmäßigkeit. Und jedes Mal denkt man sich, dass sie eine Grenze erreicht hat – und jedes Mal täuscht man sich.

Historischer Tag in Kona

2013 hat Anja Beranek in der Schweiz ihren ersten Ironman gewonnen, 2015 auch in Wales, zuvor war sie als Dritte von Roth zum ersten Mal unter neun Stunden geblieben. Die Geschichte der ewig lächelnden Anja Beranek aber erzählt nicht nur von Triumphen, von Siegen.

Da war der Radunfall 2014, als sie sich anschickte, ihr Heimrennen in Roth zu gewinnen. Zwei Mal musste sie die Ironmanweltmeisterschaften abbrechen. Noch so eine vermeintliche Grenze, Hawaii schien zu kompliziert, zu erbarmungslos für die Fränkin zu sein. Welch Fehleinschätzung. Den 8. Oktober 2016 beendete sie als Vierte. In der Historie der deutschen Eisenmenschen waren nur zwei Frauen erfolgreicher.

Bei der Wahl zur Triathletin des Jahres 2016 wurde sie übrigens Zweite. Das können Sie gerne weitererzählen. 

SEBASTIAN BÖHM

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