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StUB: Besonders die jungen Erlanger waren dafür

Beteiligung an dem Bürgerentscheid war außergewöhnlich hoch - 08.03.2016 10:31 Uhr

So könnte die StUB aussehen - die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg setzt sich nach wie vor dafür ein. © Fotomontage: VAG


Oberbürgermeister Florian Janik freute sich am Sonntag über vieles: Über seinen Geburtstag, über das klare positive Votum für die Stadt-Umland-Bahn. Und über eine weitere Facette der Wahl: 27.117 Bürger und Bürgerinnen hatten sich am Sonntag auf den Weg in die Abstimmungslokale gemacht, um ihre Meinung zur Stadt-Umland–Bahn kundzutun. 10 092 hatten zuvor schon per Brief abgestimmt (bei insgesamt 53 ungültigen Stimmen). Summa summarum also eine hohe Wahlbeteiligung für einen Bürgerentscheid: 44,9 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Meinung geäußert.

Im Vergleich zu früheren Bürgerentscheiden war dieses Mal die Beteiligung hoch. © Harald Sippel


Zum Gewerbegebiet G 6 in Tennenlohe hatten sich 2011 lediglich 21,2 Prozent ihre Stimme abgegeben; 23 Prozent waren es beim Entscheid über die Privatisierung Erlanger Bäder im Jahr 2005. „Heute konnten wir sehen, dass mutige Infrastrukturentscheidungen und Bürgerwille nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen“, meinte deshalb Oberbürgermeister Florian Janik zufrieden. Ähnlich schätzte auch Matthias Faigle, der FDP-Kreisvorsitzende, die Abstimmung ein. Durch das klare Votum könne das Ergebnis nicht im Nachhinein zerredet werden.

Den größten Zuspruch hat die Stadt-Umland-Bahn im Stimmbezirk Altstadt-Süd gefunden: 75,9 Prozent votierten für die StUB (Gesamtergebnis 60,39 Prozent), dicht gefolgt vom Röthelheimpark-Süd, das ein Ergebnis von 72,2 Prozent Zustimmung lieferte. Die schärfsten Gegner finden sich in Dechsendorf-Nord: 56,7 Prozent lehnen die StUB ab (Gesamtergebnis: 39,61 Prozent) und in Eltersdorf-Nord mit 56,3 Prozent.

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In Tennenlohe, in dem der Initiator des Bürgerentscheides, Wilhelm Krieger, wohnt sowie die ÖDP-Stadträtin Barbara Grille, dies sich ebenfalls stark gegen die StUB positioniert hatte, fiel das Ergebnis in etwa wie in der Gesamtstadt aus: In Tennenlohe-Nordwest votierten 62 Prozent für die StUB, 38 Prozent dagegen. In Tennenlohe-Südost stimmten 39,2 Prozent gegen die StUB, 60,8 Prozent dafür. Allerdings lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als der Durchschnitt von 44,9 Prozent. In Tennenlohe-Nordwest hatten 57,9 Prozent abgestimmt, in Tennenlohe-Südost 51. Die höchste Beteiligungsrate lag in Büchenbach-Nordwest mit 63,6 Prozent bei einer Zustimmung für die StUB von 71,5 Prozent.

Genaue Analysen notwendig

Für detaillierte Erklärungen des Ergebnisse sind genaue Analysen notwendig. Eine erst Annäherung deutet darauf hin, dass in Stimmbezirken mit jüngeren Wahlberechtigten die Zustimmung zur StUB tendenziell höher ist: „Es zeigt sich ein relativ starker, signifikanter Zusammenhang zwischen Alter und StUB-Befürwortern: Je höher der Anteil der 18- bis unter 35-Jährigen an den Wahlberechtigten in einem Stimmbezirk ist, desto größer der Anteil der StUB-Befürworter. Umgekehrt lässt sich feststellen: Je höher der Anteil der Stimmberechtigten ab 45 Jahren, desto geringer der Anteil der StUB-Befürworter“, sagt Gerhard Plietsch vom Amt für Statistik.

Wilhelm Krieger kommentierte das Ergebnis noch einmal in einer Mail „Mein Abschied von der StUB“. Krieger sprach darin von einem „manipuliertem Ergebnis“, das als „basisdemokratischer Akt“ hin gestellt werde. Er sei „kein schlechter Verlierer“, der krampfhaft den Sieg der Anderen schlecht reden wolle, sondern er könne eins und eins zusammenzählen. Wenn erst die Bagger halb Erlangen umgraben und die Haushaltskasse geplündert sei, gingen den StUB-Befürwortern die Augen auf — dann sei es aber zu spät und „zum Schaden auch derer, die dieses Schlamassel verhindern wollten.“

Esther Schuck, die Vorsitzende der Bürgerinitiative „Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal“ meinte dahingegen: „Wir sind sehr erleichtert, dass die Bürger/innen der Stadt Erlangen entschieden haben, die Planungen zur Stadt-Umland-Bahn weiter voranzubringen. Sie haben mit ihrem „Nein“ bewiesen, dass sie über den Erlanger Tellerrand hinausschauen und den Anschluss an einen modernen ÖPNV in der Metropolregion wollen. Der Zweckverband kann nun mit der eigentlichen Arbeit, der weiteren Planung und Optimierung der Straßenbahn-Trasse hoffentlich bald beginnen.“ 

RALF H. KOHLSCHREIBER

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