Freitag, 19.10.2018

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Als der Zug noch bis nach Heiligenstadt fuhr

Autorenduo hat 96-seitiges Buch zur Geschichte der Lokalbahn ins Leinleitertal verfasst — Historische Fotos - 31.08.2017 12:04 Uhr

Wolfgang Bleiweis (li.) und Hermann Meißner (re.) bei der Buchvorstellung mit Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer. © Foto: Stefan Braun


Der Radweg durch das Leinleitertal von Ebermannstadt bis nach Heiligenstadt ist einer der beliebtesten und attraktivsten der Region. Nur noch wenige Bürger werden sich noch an die Zeit erinnern können, in der sie in Eisenbahnwaggons auf exakt derselben Strecke von und nach Heilgenstadt fuhren.

Während die Strecke von Forchheim nach Ebermannstadt bereits im Jahre 1891 in Betrieb genommen werden konnte, dauerte es bis zur Fertigstellung der Strecke durch das Leinleiterteil noch weitere 24 Jahre. Als an den Fronten des 1. Weltkrieges erbittert gekämpft wurde, fuhr im Juni 1915 der erste Zug durch das Leinleitertal. Neu entstanden waren auch die Bahnhöfe in Gasseldorf, Unterleinleiter, Veilbronn und Heiligenstadt sowie der Haltepunkt in Traindorf.

Die Autoren schildern sehr detailliert, welche Hürden zu meistern waren, ehe der Wunsch der Bevölkerung nach einer Schienenanbindung bis nach Heiligenstadt in Erfüllung gehen konnte. Sie sollte im Personenverkehr bis Mai 1960 in Betrieb bleiben, im selben Monat des Jahres 1968 wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Geblieben ist der untere Teil der Strecke von Forchheim nach Ebermannstadt und die Fortführung durch das Wiesenttal als privat betriebene Museumsbahn.

Die Idee zu dem Buch kam Wolfgang Bleiweis, der auch bedingt durch seinen Beruf als Lokführer, Eisenbahner mit Leib und Seele ist, als ihn ein Freund darüber informierte, dass er im Internet keinerlei nähere Informationen über die ehemalige Bahnstrecke finden konnte.

Über das Archiv des Fränkische-Schweiz-Vereins in Ebermannstadt lernte er Hermann Meißner kennen, der sich privat als Archivar betätigt und sich aus alten Zeitungsausgaben ein respektables Archiv über die Region, speziell der Post- und Bahngeschichte angelegt hat.

Beider Recherchen, verbunden mit den Informationen weiterer Archive der Region, führten zu der nicht nur für Eisenbahnfreunde interessanten Lektüre über eine spannende und ereignisreiche Epoche unserer Region.

Erschienen ist das Buch "Lokalbahn Forchheim—Heiligenstadt" im Verlag Wolfgang Bleiweis in Schweinfurt und wird zum Preis von 14,90 Euro über die örtlichen Buchhandlungen sowie im Internet vertrieben. 

STEFAN BRAUN

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