Sonntag, 18.11.2018

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Eggolsheims Weg zwischen Moderne und Tradition

Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) setzt auf intakte Dorfkerne — Landrat spricht von einer "agilen Fortschrittsgemeinde" - 15.07.2018 20:00 Uhr

Weigelshofen begrüßt seine Gäste nach der Dorferneuerung mit einem neuen Anstrich. „Die Stärkung der Ortschaften, Ortskerne und Dorfgemeinschaften steht im Mittelpunkt der gemeindlichen Arbeit“, unterstreicht Bürgermeister Claus Schwarzmann. © Foto: Roland Huber


Eggolsheim, sagt Bürgermeister Claus Schwarzman (BB), "ist der Landkreis in Klein". Auf einer Fläche, 14 Mal größer als der Central-Park in New York City, zählt die Gemeinde 13 Ortsteile. Einige liegen inmitten der ländlichen Idylle, andere nahe am städtischen Ballungsraum — eine typische Flächengemeinde.

Vor allem eines kommt bei der Rundfahrt durch die Orte immer wieder zur Sprache: Sanierungsbedürftige Straßen. Für den Asphalt zwischen den Orten ist der Landkreis zuständig. Dieter Els, Leiter des Tiefbauamtes des Landkreises, kennt die Wunschliste Schwarzmanns.

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Rundfahrt durch Eggolsheim: Lob für eine "Fortschrittsgemeinde"

Einmal in seiner sechsjährigen Amtszeit stattet der Landrat mit seinen Mitarbeitern des Landratsamtes jeder Gemeinde einen Besuch ab. Gelegenheit, über Probleme und Projekte zu reden.


"Eggolsheim kann zufrieden sein", sagt Els mit Blick auf die bisherigen Straßeninstandsetzungen. Die Liste soll kleiner werden. Dafür bittet Els um Geduld. Gedulden muss sich die Gemeinde auch, bis das Radwegenetz lückenlos ist.

Lob gab es von Andreas Rösch, Wirtschaftsförderer des Landkreises. Er bezeichnete es als "eine Freude" zu sehen, wie es Eggolsheim schaffe, Arbeitsplätze in den ländlichen Raum zu holen. Nach Röschs Zahlen hat die Marktgemeinde 1300 Arbeitsplätze im Angebot. Gleichzeitig gehen von den rund 6500 Einwohnern rund 2900 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

Ein wertvolles Juwel

Im Umkehrschluss bedeuten diese Zahlen, dass die Einwohner über die Gemeindegrenzen hinaus auspendeln müssen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Doch dieser Pendlerüberschuss halte sich im Rahmen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung liege nicht nur an der Nähe zur A 73 sondern auch daran, dass Schwarzmann "in den vergangen zwei Jahrzehnten viel geleistet hat".

Im 26.000 Quadratmeter großen Industrie- und Gewerbegebiet Büg zählt die Gemeinde 500 Arbeitsplätze. Zu einem regelrechten Aufschwung, so Schwarzmann, habe die Revitalisierung des Lindner-Gebäudes in Neuses gezählt. Die Gemeinde hat in die ehemalige Industriebrache elf Millionen Euro in Form einer gemeindlichen Gewerbe- und Wohnbaugesellschaft investiert. Für Schwarzmann ist das Objekt ein "Juwel".

Die Firma Naturstrom AG und die private SeniVita Fachoberschule (FOS) haben dort eine Heimat gefunden. Im nächsten Schuljahr soll mit dem neuen Ausbildungszweig "Gesundheit" die Schülerzahl auf 200 wachsen. Das Dachgeschoss wird dafür ausgebaut.

Von einer angespannten Situation auf dem Grundstücksmarkt für das Gewerbe spricht Schwarzmann. Druck herausgenommen werden soll mit dem Gewerbegebiet Schottwiesen-Ost im Bereich der Bahnhofstraße. Es befindet sich gerade in der Planungsphase. Bereits gebaut wird im Gebiet am Wertstoffhof.

Der Jugend etwas bieten

Wichtig für die Gemeindeentwicklung sei es, Kindergarten, Treffpunkte für Jugendliche oder die Gastronomie auch im kleinsten Ort aufrechtzuerhalten. "Wir müssen den Jugendlichen etwas bieten, damit sie hier bleiben." Die Dorfgemeinschaften, so Schwarzmann, halten zusammen.

Nach dem Rundgang hob Landrat Ulm die intakte Dorfstruktur lobend hervor. Eggolsheim entwickle sich "umfassend und nachhaltig". Sein Fazit: "Eine innovative und agile Fortschrittsgemeinde."

 

Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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