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Eine Erfolgsgeschichte

„Scharfe Wochen“ begeistern Regierungspräsident - 29.09.2010 14:58 Uhr

Regierungspräsident Wilhelm Wenning (2.v.li.) mit den Akteuren und Veranstaltern der Scharfen Wochen. © Molter


Die „Wunderwurzel“ mit dem umwerfenden Aroma lockte auch Regierungspräsident Wilhelm Wenning in den Landgasthof Wurm in Röbersdorf bei Hirschaid. Schon vor drei Jahren, als die offizielle Eröffnung des Gourmetfestivals im Berggasthof in Regensberg stattfand, entpuppte sich Wenning als Liebhaber des fränkischen Kren.

Er erinnere sich noch gerne an seine Kindheit in Fürth. Zur Oma kamen damals immer die Krenweibla aus Heroldsbach mit einem großen Korb, der voller Gewürze steckte. Der Regierungspräsident ist aber nicht neidisch, dass die Geschichte des fränkischen Meerrettichs in Baiersdorf, jenseits seines Zuständigkeitsbereichs, angesiedelt ist.

Das Meerrettich-Museum in der mittelfränkischen Stadt, wo er sich schon ausgiebig umgeschaut habe, sei „wunderschön“ und eine Zierde für alle Franken, urteilte Oberfrankens höchster Staatsbeamter. „Wir müsse noch viel mehr Werbung dafür machen“, so Wenning, der besonders seinen Bezirk auf Grund Hunderter Brauereien und Brennereien für eine „Genussregion“ hält, die beste Voraussetzungen für Erfolge auf dem Urlaubsmarkt biete.

Die beteiligten Lokale bringen ihre Meerrettich-Gerichte nur während der Erntezeit im Oktober auf den Tisch. Mittlerweile ist daraus eine richtige Saison geworden. Deswegen spricht Bergwirt Hötzelein, Forchheimer Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, schon von einer „Spezialitäten-Liga“. Den Kren, wie die Franken analog der Österreicher das aromatische Küchengewürz nennen, stellt er gleichberechtigt neben Karpfen und Spargel, die auch nur einige Monate lang angeboten werden können. Hötzelein ist von dem Produkt, das Schamel, der die Ernte von 100 Bauern verarbeitet, stets frisch liefert, vollends überzeugt: „Wir bringen mit fränkischem Meerrettich Qualität auf den Teller.“

Inzwischen stehen 75 Gasthäuser in der Fränkischen Schweiz und wenige davon im Regnitztal auf der Teilnehmerliste der Tourismuszentrale. Und die ursprüngliche Bedingung, für den Gast mindestens drei Gerichte mit Meerrettich bereitzuhalten, ist längst schon viel breiteren Angeboten gewichen. „Die scharfen Wochen zeigen es“, sagte der Heiligenstädter Bürgermeister Helmut Krämer im Namen des Gebietsvereins, „unsere Gastronomie ist kreativer geworden.“

Den Beweis erbrachte auch der Landgasthof Wurm in Röbersdorf bei Hirschaid, der mit einer Goldmedaille im Wettbewerb Bayerische Küche ausgezeichnet wurde. Das Vier-Gänge-Menue, das dort gereicht wurde, war ein echtes Gedicht. Es gab zum Einstieg leichte Kreationen wie „Geräuchertes Wallerfilet auf Apfelkrensalat mit Feldsalat, danach ein „Krensüppla mit Kräutersahne und Brotbröckerla“. Als Hauptgericht reichte man „Geschmorte Rinderbeinscheibe mit Kren-Petersilienhaube auf Wurzelgemüse dazu Pastinaken-Kartoffelpüree“. Zum Abschluss servierte man „Karamellisiertes Apfel-Kren-Küchla mit fränkischem Bockbiereis. Natürlich ließen sich auch „gekrönte Häupter“ diese Schlemmerei nicht entgehen. Kren-Königin Isabell und Kirschenkönigin Michaela wurden bei Wurms ebenso bewundert wie die Effeltricher Musikanten, die die richtige Unterhaltung beisteuerten. 

VON HUGO MOLTER

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