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Ernährungstage: Schüler besuchen Wüstensteiner Fischzucht

Erste Erkenntnis: Der Fisch wächst nicht als Filet auf - 26.09.2017 11:40 Uhr

Nicht im Supermarkt, sondern direkt beim Produzenten waren die Schüler der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung in Forchheim: Bei der Fischzucht Schwegel in Wüstenstein gab es echten Praxis-Unterricht. © Nina Eichenmüller


Anlässlich der 5. Bayerischen Ernährungstage lud das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Schüler zu einem Spaziergang durch die Fischzucht der Familie Schwegel in Wüstenstein ein.

Die Lehrer der Berufsfachschule wollen ihre Schüler sensibilisieren. „Viele kaufen im Supermarkt und wissen gar nicht, was genau drin ist und woher ihr Essen kommt. Auch von zu Hause kennen viele Schüler nur Fastfood und da ist es wichtig zu zeigen, aha dort bekomme ich es frisch her, weiß wo es herkommt und weiß auch was drin ist“, erklärt Fachpraxislehrerin Kerstin Seitz.

„Unsere Devise lautet: Aus der Region für die Region“, erzählt Karl-Peter Schwegel, der die Fischzucht in Wüstenstein seit vielen Jahren gemeinsam mit der Familie betreibt. Alle 14 Tage verkaufen sie ihren Fisch auch auf dem Markt in Forchheim. Doch bis es soweit war, hat es seine Zeit gedauert, so der Fischzüchter. Drei volle Jahre muss der Fisch wachsen, bis er die richtige Größe zum Schlachten hat. Die Forellen und Karpfen alleine reichen jedoch für so eine Zucht nicht aus.

Räume, Personal und ein paar Maschinen braucht es, bis man die Fische an den Kunden bringen kann. Das Konzept mit der regionalen und saisonalen Aufzucht lohnt sich deswegen nur durch die Direktvermarktung, so Karl-Peter Schwegel. „Wir haben einen schönen Beruf, aber er ist auch hart“, erklärt er, während die Schüler die Forellen füttern dürfen. Die Ansprüche der Kunden wachsen. „Es geht immer mehr in Richtung Filet. Der Kunde will Fisch essen, ohne auf die Gräten aufpassen zu müssen. Da schmeiß ich jedes Mal 54 Prozent meines Fisches weg“, schildert der Fischzüchter. Die Schüler sind interessiert und können sich vor allem für die frisch geschlüpften Fische im Bruthaus begeistern. Auf dem Spaziergang durch den Betrieb mitten in der Natur zeigt ihnen Karl-Peter Schwegel den Lauf des Fischlebens in seiner Zucht. Vom kleinen, jungen Fisch, der noch in eine Hand passt bis hin zum ausgewachsenen Karpfen, der kaum noch im großen Kescher zu halten ist.

Zum Abschluss durfte die Verköstigung nicht fehlen. In vielen verschiedenen Varianten wird der Fisch im Betrieb fast ausschließlich mit Hand verarbeitet und mit Gewürzen und Kräutern verfeinert.
Diesen informativen Besuch im regionalen Betrieb ließ sich auch Landrat Hermann Ulm nicht entgehen und begleitete die Gruppe gemeinsam mit Hans-Rüdiger Schmittnägel, dem Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, bis zum Ende.

Nach drei Stunden und voll gestopft mit Wissen über Fisch sind die Schüler sichtlich erschöpft, ziehen aber trotzdem ein positives Resümee. „Auf jeden Fall finde ich es besser, regional zu kaufen und das ist dann auch wert, ein bisschen mehr dafür zu bezahlen. Bei Fertigprodukten weiß man nie auf wie engem Raum die Tiere leben müssen oder welche Medikamente sie bekommen haben“, erzählt Melanie Ott aus der 11. Klasse. „Also ich schaue eigentlich nicht so drauf, wo mein Essen herkommt, aber wenn ich weiß, dass die Tiere schlecht gehalten wurden, esse ich es nicht. Wie hier die Fische gehalten werden, das ist ganz gut und Respekt, dass sie das hier noch alles selber machen“, lautet das Fazit von Selina Landgraf, ebenfalls elften Klasse.

Mit den bayerischen Ernährungstagen wollen die Veranstalter bewusste Ernährung in die Öffentlichkeit bringen und dieses Jahr vor allem den Weg von der Aufzucht bis hin zum fertig zubereiteten Gericht auf dem Teller zeigen. 

NINA EICHENMÜLLER

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