Freitag, 16.11.2018

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Feuerwehr Egloffstein feiert zwei Tage Geburtstag

130. Jubiläum der Wehr mit vielen Aktiven begangen - 04.07.2018 18:41 Uhr

So ein Tag, der dürfte nie vergehen: Silberne und goldene Ehrenzeichen für die aktiven Feuerwehrmitglieder, die man an so einem sonnigen Jubiläumsfest besonders gern in Empfang nahm. © Foto: Rolf Riedel


Doch der Reihe nach. Am Samstag Nachmittag wurde eine 1,3 Kilometer lange Schlauchleitung von der landwirtschaftlichen Lagerhalle bis zur Burg gelegt, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Kaum zu glauben, es soll Neubürger gegeben haben, die sich über die Schlauchleitungen und die Geräusche beschwert haben, weil sie sich in ihrer Nachmittagsruhe gestört fühlten.

Als die Schläuche wieder eingerollt waren, traf man sich zum Grillfest am Feuerwehrhaus bei dem "Tiger & Tom" für die passende Unterhaltung sorgten.

Segen und Fluch von Wasser

Am Sonntag morgen zelebrierte Pfarrerin Carina Knoke den Gottesdienst im Feuerwehrhaus, den der Posaunenchor unter der Leitung von Heinz Dietsch umrahmte. Pfarrerin Carina Knoke hatte die Bedeutung von Wasser zum Thema ihrer Predigt gemacht: Es hat durch die Taufe Symbolkraft und ist das wichtigste Lebensmittel; es richtet aber auch Schaden an durch Überschwemmung und vollgelaufene Keller.

Den ersten Hinweis auf die Beschaffung einer Feuerwehrspritze in Egloffstein kann man übrigens in den alten Büchern von 1786 finden: "Feuerwehrspritze in Erlangen beschafft, 10 Kreuzer Fuhrlohn, diese kostet 26 Gulden, 30 Kreuzer". Im 19. Jahrhundert entstanden Wasserentnahmestellen im oberen Ortsteil. Recht unterschiedlich waren die Einsatzmöglichkeiten der Ortswehr. Der Obere Berg mit seinen historischen Gebäuden, wie der Burg und den sieben Bauernhöfen konnte nur aus Zisternen und vom Wasser der Bauernhöfe und Schlehenhüll versorgt werden.

Am mittleren und unteren Berg gab es Quellen und Wasserläufe, man musste nur die Wasservorräte ansammeln. Als zentrale Stelle diente "die Wiehd", die sich unterhalb des historischen Marktbrunnens befindet.

Im Königreich Bayern ging gerade die Ära Ludwig II. (1864-1886) zu Ende. Der volksnahe, populäre Prinzregent Luitpold hatte die Regentschaft angetreten. Durch Landesgesetz wurde zur Bekämpfung von Bränden und zur Rettung von Leben die Gründung von Feuerwehren empfohlen. Am 6. Mai 1888 fand die neue Freiwillige Feuerwehr Egloffstein ihre Eintragung in das Register des Distrikts Gräfenberg. Baumeister Johann Hübschmann war Kommandant.

Regen von Gold und Silber

Doch zurück zum Jubiläums-Wochenende. Nach der Begrüßung durch die amtierende Erste Vorsitzende Alexandra Schwarz schlossen sich die Ehrungen für langjährige Feuerwehrleute an. Landrat Hermann Ulm, Bürgermeister Förtsch, Kreisbrandrat Oliver Flake, Kreisbrandinspektor Markus Wolf und Kreisbrandmeister Marc Meier waren dabei, als Martin Reh, Hundsboden, für 25 Jahre Dienstzeit das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen erhielt. Das goldene Ehrenzeichen für 40 Jahre Dienst am Nächsten ging an: Rainer Bieger (Hundsboden), Siegfried Dietel (Affalterthal), Martin Held (Hundsboden), Günter Held (Egloffstein), Georg Meixner (Hundsboden), Georg Porisch (Egloffstein), Günter Seitz (Bieberbach) und Reinhard Vogel (Affalterthal). Urkunden und Ehrenzeichen gab es für Mario Lanz für 25 Jahre und Erwin Wirth für 40 Jahre Treue.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Johann Gebhardt aus Hundsboden. Er amtiert 35 Jahre lang als Kommandant. Alle, die seit 40 Jahren Dienst tun, erhielten einen Gutschein für einen einwöchigen Aufenthalt im Gästehaus St. Florian des FeuerwehrErholungsheims in Bayrisch Gmain, aber am Jubeltag genoss man erst einmal die guten Weißwürste. 

ROLF RIEDEL

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