Sonntag, 18.11.2018

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Forchheimerin läuft in New York für den guten Zweck

Lehrerin Melanie Rövekamp über Psycho-Doping vor dem Marathon - 30.10.2018 10:10 Uhr

Beim New York Marathon geht es durch alle Stadtbezirke und über berühmte Brücken. © Peter Ehler


Frau Rövekamp, freuen Sie sich schon auf Central Park, Brooklyn Bridge und den ganzen Rummel?

Melanie Rövekamp: Ehrlich gesagt kämpfe ich gerade etwas mit meinem Lampenfieber. Ich habe den letzten Härtetest über 25 km hinter mich gebracht und die Trainingsumfänge reduziert. In der Spitze waren es um die 60 km pro Woche. Mein Ziel ist es, irgendwie unter fünf Stunden zu bleiben. Trotzdem ist der Respekt so groß, dass ich im Hinterkopf schon Ausstiegsmöglichkeiten durchgegangen bin.

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Alles geben für den New York Marathon

Der New York Marathon ist der beliebteste Marathon der Welt. Um daran teilnehmen zu dürfen, müssen Amateure allerdings viel Geld und Zeit investieren. Nicht jeder darf mitlaufen.


Sind das temporäre Zweifel, die während des Rennens wieder verschwinden?

Melanie Rövekamp: Es werden auf der Strecke Momente kommen, in denen es reizvoll ist, sich einfach in die U-Bahn zu setzen. Ab dem Punkt, an dem die Füße nicht mehr wollen, wird die Distanz auch zur mentalen Qual. Da geht es darum, dem Fluchtreflex zu widerstehen. Notfalls werde ich ein paar Meter gehen müssen, völlig entgegen meinem üblichen Antrieb.

Was uns zur Sinn-Frage führt: Warum tun Sie sich das in den Herbstferien an?

Melanie Rövekamp: Ich habe mein ganzes Leben Sport getrieben, beim Skifahren und Voltigieren meine Gelenke ganz schön beansprucht und seit 20 Jahren als Mutter den Ausdauersport zum Ausgleich entdeckt. Nachdem ich Freiheit und Geschwindigkeit mittlerweile mehr auf dem Renn- als auf Motorrad auslebe, wollte ich mir "Desperate Housewife" eben zum 50. noch etwas beweisen.

50 ist eben das neue 40.

2018 startet die Forchheimerin Lehrerin Melanie Rövekamp im Big Apple über 42,2 km. © Fotos: Ehler, Rüther


Melanie Rövekamp: Naja, mein Knie sendet andere Signale. Vielleicht wird das mein letzter großer Lauf. Aber darüber tröste ich mich jetzt erstmal mit speziellem Psycho-Doping hinweg. Für den Verein Sosolya Undugu Familie (bekannt in Forchheim durch die Afrika-Kulturtage; d.Red.) ist es jeden Meter wert. Ich möchte Bildungs-, Ernährungs- und Begegnungsprojekte in Uganda unterstützen und habe privat unter Freunden und Bekannten aufgerufen, einen beliebigen Betrag ab zehn Cent pro Kilometer zu spenden. Finden sich noch weitere Interessierte, knacken wir die 500 Euro bestimmt. Meldet euch per Mail an melanie.roevekamp@freenet.de.

Wieso ausgerechnet New York?

Melanie Rövekamp: Zu den USA habe ich über Bekannte eine besondere Beziehung. Nach meinem ersten Wettkampf bei einem Ride&Bike in Forchheim bin ich in Phoenix/Arizone zum ersten Mal über 10 km gestartet. Meine Marathon-Premiere war 2004 ebenfalls in Phoenix. Und genauso wie ich den München-Marathon mitgemacht habe, um einmal nicht bloß zu einem Konzert ins Olympiastadion einzulaufen, hat New York eine spezielle Anziehungskraft. Vor allem auf das amerikanische Publikum freue ich mich. Du bist in der Stadt und wirst von jedem angefeuert. Ein tolles Gefühl im Vergleich zur Einsamkeit auf anderen Kursen.

  

Kevin Gudd Nordbayerische Nachrichten Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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