Samstag, 17.11.2018

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Gößweinstein: Vergoldete Kugel thront wieder auf dem Kirchendach

Sanierungsarbeiten gehen Schritt für Schritt voran und auch die Finanzierung steht auf solider Basis — Kirchenschiff wird mit Zuganker stabilisiert - 15.08.2018 08:00 Uhr

Max Eckert, Sohn des dritten Bürgermeisters, durfte Pfarrer Flavian Michali beim Einlegen der Sanierungsdokumente und Euromünzen in die Dachzierde assistieren. © Foto: Thomas Weichert


Einen Tag vor Maria Himmelfahrt war ein denkwürdiger Tag für die sanierungsbedürftige Gößweinsteiner Marienkirche, die im Volksmund auch "Klosterkirche" genannt wird. Während eines kleinen Festakts wurde die "Dachzierde", nämlich die frisch vergoldete Kugel, von Zimmermeister Andreas Amon aus Zeegendorf wieder auf das neu eingedeckte Kirchendach an seinem angestammten Platz angebracht.

Der achtjährige Max Eckert, Sohn des dritten Gößweinsteiner Bürgermeisters Manfred Eckert (CSU), durfte Pfarrer Pater Flavian Michali beim Einlegen der Sanierungsdokumente und aktueller Euromünzen in die Dachkugel assistieren. Für Pfarrer Michali und Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer war die kleine Feier auf dem Kirchenvorplatz im Beisein der Handwerker, Bauleiter Herbert Böhm vom Hollfelder Architekturbüro Hartmut Schmidt, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Kathrin Heckel und ihrer Vorgängerin Monika Lang sowie drittem Bürgermeister Eckert auch Anlass, eine Zwischenbilanz zur Kirchensanierung zu ziehen. Das neue Kirchendach ist fast fertig. Die bisherige Schiefereindeckung wurde durch Biberschwanzziegel ersetzt. Auch die Dachisolierung wurde nach aktuellem Standard erneuert.

Wichtige Zuganker

In der Kirche müssen die Zuganker gesetzt und verpresst werden. Dies ist die wichtigste Arbeit, damit das Kirchenschiff nicht weiter auseinanderdriften kann. Auch der Auftrag für die Fassadensanierung soll heuer noch vergeben werden.

Dieser erste Bauabschnitt ist laut Schrüfer mit rund 380 000 Euro der teuerste. Nächstes Jahr sollen die Sanierungsarbeiten mit der Innensanierung abgeschlossen werden. Die genehmigten Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei rund 620 000 Euro. Den größten Anteil davon übernimmt mit 65 Prozent das Erzbistum Bamberg. Dies sind 336 050 Euro.

Weitere Zuschussgeber sind die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege und die Gemeinde Gößweinstein. Dennoch bleibt an der Kirchenstiftung Gößweinstein ein Eigenanteil von rund 200 000 Euro hängen, berücksichtigt man die Teuerungsrate seit der Kostenschätzung aus dem Jahr 2017. Ohne die Spenden aus den Benefizkonzerten in der Basilika sei dies für die Kirchenstiftung nicht zu stemmen, so Schrüfer.

Pfarrer Michali freut sich besonders darüber, das die Sanierungsarbeiten im Zeitplan sind. Die im Jahr 1631 erbaute Marienkirche musste 2017 wegen Einsturzgefahr für den Publikumsverkehr gesperrt werden. Schuld daran war ein Baufehler, der bei der Erneuerung des Dachstuhls vor etwa 140 Jahren begangen wurde. Damals wurden die Balken nicht fachgerecht verankert und das Gewölbe drückte die Mauern deshalb auseinander.  

THOMAS WEICHERT

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