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Illegale Sammelcontainer in Ebermannstadt aufgestellt

Berliner Firma für überraschte Grundbesitzer nicht erreichbar — Behörden machtlos - 11.04.2013 20:00 Uhr

Dieser Altkleidercontainer in Unterleinleiter blockiert die Scheune von Friedrich Trautner. Der Grundstücksbesitzer kann das Sammelunternehmen nicht erreichen und auch das Landratsamt hat wenig Handhabe.

Dieser Altkleidercontainer in Unterleinleiter blockiert die Scheune von Friedrich Trautner. Der Grundstücksbesitzer kann das Sammelunternehmen nicht erreichen und auch das Landratsamt hat wenig Handhabe. © Anestis Aslanidis


Seit dem Wochenende versperrt ein blauer Container mit der Aufschrift „Kleider & Schuhe“ Friedrich Trautners Scheunentor in Unterleinleiter. Die Box steht auf seinem Grundstück und Trautner staunte nicht schlecht, als er den Container am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit entdeckte. Vorab gefragt hat Trautner niemand.

Er versuchte die Besitzer, eine Firma namens KSB Berlin zu erreichen. Ohne Erfolg. „Eine Briefkastenfirma“, sagt Trautner. Er hinterließ auf einem Anrufbeantworter eine Frist für einen Rückruf. Als diese verstrich, wandte er sich an die Polizei. Diese konnte ihm jedoch nicht helfen: „Man sagte mir, es liege keine Straftat vor, ich müsse privatrechtlich gegen die Firma vorgehen.“

Trautner wandte sich an das Landratsamt. Er ist nicht allein. Auch in Ebermannstadt wurde ein Container aufgestellt, auch hier hat sich die betreibende Firma vorab nicht beim Besitzer des Grundstückes gemeldet.

KSB Berlin hat offenbar in den vergangenen Monaten bundesweit mehrere Sammelcontainer unerlaubt auf Privatgrundstücken aufgestellt. Altkleider und -Schuhe sind wertvolle Rohstoffe, es lohnt sich nicht nur für Hilfsorganisationen, diese zu sammeln.

Kampf gegen Windmühlen

Die Rechtslage ist eindeutig: Laut dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz vom Juni vergangenen Jahres müssen Sammlungen, auch von ungefährlichen Abfällen, bei den Landratsämtern angezeigt werden.

Bei Manfred Görl, Sachbearbeiter im Fachbereich Umweltschutz des Landratsamtes, ist jedoch nichts eingegangen. Er beschäftigt sich seit längerem mit dem Problem. „Es ist ein Hase-und-Igel-Spiel“, sagt er. Für die Behörden ist es schwierig, die Verantwortlichen für unerlaubte Sammlungen aufzuspüren. Die Vorgehensweise, ohne zu fragen Container zu platzieren, scheint bei vielen Firmen Teil des Geschäftsmodells zu sein. „Frechheit siegt“, sagt Görl.

Er hat daher ein Bußgeldverfahren gegen die KSB Berlin eingeleitet. Die Frist läuft bis Ende April. Tut sich bis dahin nichts, will Trautner den Container entfernen lassen. Er geht davon aus, dass er auf den Kosten sitzen bleibt. „Außer ich finde einen Schrotthändler, der den Container zum Selbstkostenpreis abholt.“ Weil die Metallbox auf privatem Grund steht, kann ihm das Landratsamt in diesem Fall nicht helfen.

KSB Berlin war auch für die Redaktion nicht zu erreichen. Trautner bleibt nur die Hoffnung, dass niemand in die blauen KSB-Container einwirft. „Altkleider und Schuhe sollte man lieber den Hilfsorganisationen spenden.“
  

Von Stefan Bergauer

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