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Montag, 15.10.2018

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ISEK: Hausen und Heroldsbach werben um Familien

Vorteile des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts erläutert - 16.05.2018 08:00 Uhr

In der Aula der Heroldsbacher Schule erläutern die Gemeindechefs aus Hausen und Heroldsbach das ISEK. © Pauline Lindner


Reinhard Hutzelmann und sein Team von Geoplan aus Bayreuth sowie das ebenfalls eingeschaltete Architekturbüro RSP mit Joachim Schmitz-Klopf an der Spitze, stellten den Bürgern beider Gemeinden das ISEK-Verfahren und die Ausgangssituation nach einer repräsentativen Bürgerbefragung vor. Es ist eine Auflage der Regierung, dass die beiden Gemeinden wegen ihre Nähe und vorhandenen Verflechtungen den strukturierten Prozess der Konzeptentwicklung gemeinsam durchlaufen.

„Wir sind überzeugt, dass ISEK etwas Gutes für beide Gemeinden bedeuten kann“, betonte Hausens Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) bei der Begrüßung in der Aula der Heroldsbacher Schule. Man wolle die gemeinsamen Chancen nutzen, gab auch Heroldsbach Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) vor.

Wie wichtig die Bürgerbeteiligung sei, erläuterte Joachim Schmitz-Klopf. Die Bürger haben durch ihre eigene Sicht auf ihren Wohnort nach seinen Erfahrungen einen Informationsvorsprung gegenüber den Planern. Den gelte es zu nutzen, denn das Konzept habe eine Gültigkeit von gut zehn Jahren, binde zwar die Gemeinden, sei aber auch fortschreibungsfähig. Die Realisierung erfolgt abschnittsweise.

Nicht zu vergessen sind nach Schmitz-Klopf die Vorteile für private Grundeigentümer wie besondere Förderungen in Sanierungsgebieten und Steuervorteile bei der Sanierung von denkmalgeschützten Anwesen. Das ergibt sich aus der Vorgabe für den ISEK-Prozess: Nachhaltige Verbesserung der Wohn-, Lebens- und Arbeitsverhältnisse für alle Generationen. Dabei soll die örtliche Identität erhalten bleiben.

Hausen wie Heroldsbach sind durch stabile Einwohnerzahlen geprägt. Allerdings ist der Wegzug der Altersgruppen „18 bis 25“ und „über 65“ hoch, wird aber durch Zuzüge von Familien um die 30 ausgeglichen. Insgesamt, so Hutzelmann, ergab die Bürgerbefragung einen hohen Zufriedenheitsgrad bei der Wohnsituation, aber auch eine deutliche Nachfrage nach Barrierefreiheit im öffentlichen Bereich wie bei Wohngebäuden.

In Oesdorf und Wimmelbach sind schon jetzt als Ansatzpunkte für die künftige Entwicklung die Verkehrsbelastung in den beiden Ortsteilen erkennbar. In Hausen kristallisiert sich Handlungsbedarf wegen der Leerstände im Ortskern und der vielbefahrenen Kreuzung Hauptstraße/FO13 heraus.

Es fehlt Gastronomie

Die Hausener schätzen ihre Grundversorgungsmöglichkeiten als gut ein, die Heroldsbacher tun das in deutlich geringerem Maße. In beiden Orten sind die Befragten unzufrieden mit den gastronomischen Angeboten und mit den Angeboten für Kinder und Jugendliche. Gleich negativ eingestuft wird die Betreuungssituation für Senioren.

Als Stärken hob Hutzelmann die gute Wohnsituation hervor: Kurze Wege und ein Naherholungsangebot. Handlungsbedarf sieht er nach den Umfrageergebnissen beim Punkt „barrierefrei“ und speziell für Heroldsbach bei „wohnortnaher Grundversorgung“.

Bis Ende nächster Woche wird in den Rathäusern beider Orte eine Tafel mit Bürgerwünschen aufgestellt. Ebenso ist es möglich, per E-Mail den Gemeindeverwaltungen Anregungen, Lob und Kritik zukommen zu lassen.
Die beiden engagierten Fachbüros werten diese Bürgerstimmen aus. Zeitgleich läuft in den nächsten Wochen die Bürgerbeteiligung vor Ort weiter, durch Gebietsspaziergänge und Arbeitskreise. 

PAULINE LINDNER

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