Sonntag, 18.11.2018

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Kita-Plätze: Mancher Burker fühlt sich von der Stadt abgehängt

In der Bürgerversammlung sorgten sich die Stadtteilbewohner um die Zukunft der Kinderbetreuung — Gelände am Kanal im Gespräch - 08.11.2018 06:00 Uhr

Schon unter Amtsvorgänger, Oberbürgermeister Franz Stumpf, im Gespräch: Ein städtisches Grundstück zwischen dem Möbelgeschäft Fischer und dem Kanal als Standort für eine Kindertagesstätte. © Foto: Roland Huber


Diese Beschreibung treffe auf das gesamte Stadtgebiet zu, sagt Kirschstein. Der Grund ist paradoxerweise ein erfreulicher für den OB: Forchheim wächst. Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben, damit steigt auch die Zahl an Kindern, für die Eltern eine Betreuung über Kita, Krippe oder beispielsweise Tagesmütter suchen. Und dass so viele neue Bürger nach Forchheim ziehen, hat wiederum einen anderen Grund. Auch dieser freut den Oberbürgermeister. Zugleich ist der Grund die Quelle für "ein Mehr an Aufgaben".

Immer mehr — vor allem auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze — entstehen in der Stadt. Das zieht an. "Ein großer Treiber ist natürlich Siemens", so der OB. Der Trend ist klar: Das Unternehmen in Forchheims-Süden wächst weiter und damit auch die Stadtbevölkerung. Neben Wohnungen und Schulen sind es eben Kitas, die es braucht, um die Neuankömmlinge auch begrüßen zu können.

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Idee aus den 90er Jahren

Rund 60 Kindergarten- und bis zu 100 Krippenplätze fehlen in der Stadt, so Kirschstein. "Wir konnten dieses Jahr nicht alle Anfragen nach einem Platz aus der Bevölkerung bedienen." In Burk forderten die Bürger die Stadt deshalb auf, eine Lösung zu finden, trotz aller Schwierigkeiten. Ziel könne es nicht sein, so die Meinung einiger Burker, die Kinder in die Stadt zu fahren. Sie fordern wohnortnahe Einrichtungen, wollen nicht abgehängt werden. Eine der größten Probleme ist es laut Kirschstein, geeignete Grundstücke für einen möglichen Neubau zu finden.

Die ehemalige CSU-Stadträtin Roswitha Lippert legte als Lösungsvorschlag eine Idee aus den 90er Jahren nochmal auf den Tisch. Zwischen der Rückseite des Möbelhauses Fischer und dem Kanal besitzt die Stadt ein Grundstück. Noch ist es eine Wiese, Lippert könne sich vorstellen, das dort künftig eine Kita in die Höhe wächst.

"Das ist ein super Standort, nah an der Natur", so Lippert. Die Lage gefällt auch dem OB, doch für eine Kita sei sie problematisch. Das Grundstück über die Burker Straße anzuschließen, bezeichnete er als schwierig. Gerade zu den Hol- und Bringzeiten könnte es an dieser Stelle eng zugehen. Zum Grundstück führen bisher Schotterwege.

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In der Karolingerstraße 13, unmittelbar neben der Kita Sattlertor, baut die Stadt ein Wohnhaus zu einem Kindergarten mit 30 Plätzen aus. Nicht überall könnte eine solche Umnutzung das Mittel der Wahl sein, bremste der OB die Erwartungen. Weitere Betreuungsplätze in der Karolingerstraße machten nur deshalb Sinn, weil sich die Sattlertor-Kita in unmittelbarer Nachbarschaft befinde, die Betreuung so effizient geregelt werden könne.

Blick auf schwarze Zahlen

Der Blick des OB richtet sich beim Thema Kinderbetreuung auch auf das, was am Ende unter dem Strich steht, also die Wirtschaftlichkeit. Und die sei bei kleinen Einrichtungen nicht gegeben. Selbst die Erweiterung von 35 auf 40 Plätze im Kindergarten "Regenbogen" in der Bamberger Straße, reiche für schwarze Zahlen nicht aus. Ein Problem sei es zunehmend, pädagogische Fachkräfte zu finden.

Summa summarum konnte der OB den Burkern an dem Abend keine fertige Lösung für das Problem präsentieren, machte aber deutlich, dass es auf seiner Aufgabenliste weit oben steht.

  

Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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