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Kroatisch-äthiopisches Siegerduo in der Königsdisziplin

Favoriten liefern unter erschwerten Bedingungen ab - 02.09.2018 17:39 Uhr

Firaol Eebissaa wiederholt seinen Sieg in Ebermannstadt von vor drei Jahren. © Anja Hinterberger


Die Erschöpfung ist Marija Vrajic deutlich anzusehen. Nach dem Einlauf im Ziel humpelt sie leicht. "Die Strecke ist nicht einfach, es gibt sehr viele Hügel. Es war wirklich sehr windig", sagt die Kroatin aus Zagreb, die normalerweise noch viel längere Ultra-Läufe absolviert. Obwohl sie schon 2015 und 2016 beim Marathon in der Fränkischen Schweiz triumphierte und eigentlich ihren eigenen Streckenrekord angreifen wollte, überwog nun die Erleichterung, sich – eingepackt in Ärmlinge und Handschuhe – in knapp drei Stunden überhaupt ganz vorne behauptet zu haben. "Ich war nervös und habe mich immer wieder gefragt, wo Maria ist."

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Über 1.500 Sportler kämpften am Sonntag um den Sieg beim Fränkische-Schweiz-Marathon. Bei den Männern hatte Äthiopier Firaol Eebissaa die Nase vorn, bei den Frauen siegte Marija Vrajic aus Zagreb. Trotz regnerischem Wetter war auch neben der Srecke einiges geboten.


Die zweite Maria heißt mit Nachnamen Veliscu und hatte im Vorjahr das Duell um Platz 2 gegen Vrajic für sich entschieden. Nun musste die Rumänin aus Bukarest ihrer Rivalin wie schon 2015 den Vortritt lassen, konnte immerhin die drittplatzierte Eva Scheu vom TV 48 Coburg auf Distanz halten.

Ein Wiedersehen alter Bekannter gab es auch bei den Top-Männern im Feld. Wie erwartet, setzte sich das favorisierte Trio aus Äthiopien nach den ersten zehn Kilometern ab. Deuteten die Zwischenzeiten zunächst auf eine neue Rekord-Zeit hin, konnten die Kontrahenten ihr Tempo im weiteren Verlauf nicht halten. Während Firaol Eebissaa, der mittlerweile im belgischen Brüssel gemeldet ist, bei seinem Premieren-Coup 2015 mit einigen Minuten Verspätung losrannte, zeigte er sich diesmal früh ganz vorne und ließ sich in 2:33:33 Stunden auch nicht mehr überholen. Genauso rasant allerdings verschwand Eebissaa wieder von der Bildfläche. Also kommentierte im Ziel sein Landsmann, bisher zweifach in Ebermannstadt erfolgreich. "Die Straße war nass, ich konnte nicht schneller laufen", berichtet der beim LAC Quelle Fürth trainierende Endisu Getachew, der 2017 nur um eine knappe Minute den bestehenden Rekord des Ungarn Tamas Nagy (2:26:45 Stunden) verpasst hatte. Mit Addisu Tulu Wodajo komplettierte der dritte Äthiopier im Bunde das Podest, ehe 90 Sekunden danach der fränkische Lokalmatador Patrick Weiler vom Rother Team Memmert einlief. Später purzelte indes im Halbmarathon die Bestzeit bei den Frauen: Titelverteidigerin Bontu Kaba Desso von der DJK Weiden schraubte die Zeit auf 1:19:16 Stunden.

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Das Wetter hat zwar nur bedingt mitgespielt, dennoch unterstützten am Sonntag wieder zahlreiche Zuschauer die Athleten am Streckenrand - egal ob beim Bambini- und Schülerlauf, dem Halbmarathon oder der Königsdisziplin über die vollen 42 Kilometer.


Die Witterung spielte freilich nicht nur für die Läufer eine Rolle. Ganze 128 Sekunden fehlten zum Beispiel dem querschnittsgelähmten Handbike-Sieger Vico Merklein, um die magische Grenze von einer Stunde zu durchbrechen. "Wenn die Sonne scheint, ist das locker machbar", erzählt der gebürtige Berliner vom international aufgestellten Sunrise-Team gehandicapter Sportler aus verschiedenen Disziplinen. Zufrieden darf Merklein trotzdem sein, schließlich behielt er nicht nur im Fotofinish mit Johan Reekers über die Hundertstel-Sekunden die Oberhand, sondern unterbot mit drei weiteren Verfolgern den bisherigen Zeit-Rekord um 20 Sekunden. Noch schwerer hatten es im Regen die Speedskater mit ihren höherliegenden Körperschwerpunkten auf der Fahrbahn. "Du kannst halt nicht so drücken", konstatiert hinterher Nils Fischer, "aber wir lernen, mit den Bedingungen umzugehen." Für einen Doppelerfolg des professionellen TAX Racing Team sorgte Sabine Berg aus Gera. Sie, wie Fischer im Vorjahr auf Rang 2, stahl damit der nachgemeldeten oberfränkischen Lokalmatadorin und Seriensiegerin Katja Ulbrich aus Bayreuth die Schau. Berg, die nur 13 Sekunden länger als ihr bei den Männern zweitplatzierter Bruder Florian benötigte, passte das Wetter gut in die Karten. "Der Rest, draußen mit der Stimmung an der Strecke, hat viel Spaß gemacht".

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JULIAN HÖRNDLEIN

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