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Ministranten hatten sogar Tränen in den Augen

Pottensteiner verabschiedeten Pfarrer Anton Heinz — Beliebter Seelsorger geht mit Wehmut nach Bamberg - 31.07.2012 11:00 Uhr

Abschied von Pfarrer Heinz: Pfarrgemeinderatsvorsitzender Körber, Schriftführer Pospischil und Kirchenpfleger Böhmer überreichen ihm eine Pottenstein-Uhr.

Abschied von Pfarrer Heinz: Pfarrgemeinderatsvorsitzender Körber, Schriftführer Pospischil und Kirchenpfleger Böhmer überreichen ihm eine Pottenstein-Uhr. © Thomas Weichert


Bürgermeister Stefan Frühbeißer überreichte ein Pottenstein-Bild vom Pegnitzer Künstler Horst Welzel, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Andreas Körber und Kirchenpfleger Hans Böhmer schenkten ihm eine Pottenstein-Uhr, vom Dekanatsrat bekam er die Heilige Familie und eine Kerze und von seinen Ministranten ein Fotoalbum, in dem jeder eine eigene Seite gestaltet hatte.

„Was sind schon fünf Jahre. Bevor man sich eingewöhnt hat, ist es schon wieder Zeit wegzugehen“, meinte Anton Heinz selbst, der neuer Pfarrer von Sankt Martin in Bamberg wird. Während des Abschiedsgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus spürte man richtig, wie lieb die Pottensteiner und besonders die Ministranten Anton Heinz gewonnen hatten. Einige seiner Ministrantinnen hatten sogar Tränen in den Augen.

Anton Heinz war zwar nur fünf Jahre Pfarrer in Pottenstein, aber er hat dennoch viel bewirkt. Kirchenpfleger Hans Böhmer listete zahlreiche Neuanschaffungen und Baumaßnahmen, die sich alleine für die Pfarrkirche auf über 20.000 Euro beliefen, auf. Im Namen der Kirchenverwaltung dankte Böhmer für die Einsatzbereitschaft von Pfarrer Heinz und wünschte ihm viel Erfolg und Gottes Segen für seine neue Aufgabe.

Wie Körber meinte, hinterlasse das Wirken von Heinz, der auch Pfarrer von Hohenmirsberg und Elbersberg war, im gesamten Seelsorgebereich die Spuren seines Engagements. Heinz habe die Pfarrei mitgeprägt. Die Zusammenarbeit mit ihm sei harmonisch und ertragreich verlaufen.

„Diese fünf Jahre unserer Zusammenarbeit waren in jeder Hinsicht eine spirituelle Bereicherung“, sagte der stellvertretende Dekanatsratsvorsitzende Franz Eller, denn die Erfahrungen von Heinz aus der Kirche im Untergrund und der politischen Verfolgung hätten den Gläubigen viel an Einsicht in das Geheimnis des Glaubens geschenkt. „Aus ihren individuellen Erfahrungen resultiert auch ihr persönlicher Glaube, der für viele von uns beispielhaft ist“, so Eller, der Anton Heinz bescheinigte, deshalb vor allem der Liturgiefeier eine besondere Würde verliehen zu haben. Bei Heinz spüre man, das er seine Berufung lebe und dadurch auch persönliche Erfüllung erlange. Eller sprach von einer „großen Lücke“, die Heinz im Dekanat hinterlassen werde.

"Beeindruckende Erinnerungen hinterlassen"

„Für uns waren es sehr schöne Jahre, die uns stets große Freude bereiteten“, sagte Ministrantin Manuela Kallus. Sie erklärte, die ergreifenden Predigten von Heinz würden die Erlebbarkeit und Schönheit der Liturgie zeigen. „Zu jeder Zeit war ein Termin für uns frei“, so Kallus. Auch deshalb war es immer eine große Ministrantenschar. „Sie haben beeindruckende Erinnerungen hinterlassen“, sagte Bürgermeister Stefan Frühbeißer, der auch für die Vereine sprach. Zum Beispiel, als die Ordensbrüder von Heinz in Pottenstein eine Prozession begleitet haben. „Da fragten viele, wer sind denn die“, so Frühbeißer. Heinz habe den Festen im Jahreslauf eine besondere Würde gegeben.

„Pottenstein ist eine Traumpfarrei“, sagte Anton Heinz. Er erinnerte daran, dass er 1996 als Diakon hier schon einmal wirkte und schon damals davon „geträumt“ hat, einmal Pfarrer von Pottenstein zu werden. Vorher wirkte er sieben Jahre als Pfarrer in Forchheim und hatte noch keinerlei Erfahrungen, wie es für einen Pfarrer auf dem Land zugeht. „Der Priester darf sich nichts ersparen und Ziel war es für mich auch, mich bewähren zu können.“ Er gestand, dass er zwei Jahre gebraucht hatte, um sich in Pottenstein sesshaft zu fühlen. „Ich habe mich hier eigentlich daheim gefühlt und es war mir wichtig, hier Seelsorger zu sein.“

Er betonte, dass es in Pottenstein für einen Pfarrer viel Arbeit gibt. Pottenstein sei auch wegen der Dreikönigsprozession etwas ganz Besonderes. „Ich bin stolz auf meine Ministranten und ich gehe mit Wehmut“, so Heinz, der jedem einzelnen ein „herzliches ,Vergelt’s Gott!‘“ zurief. „Denn sie alle haben mir geholfen, mich aufzufangen“, sagte der Pfarrer, der zum Schluss allen Gottes Segen wünschte. 

THOMAS WEICHERT

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