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Neunkirchen: Neue Grundschule kommt - nur wohin?

Eine Sanierung und ein Anbau an den Altbau wäre teurer - 18.05.2018 08:00 Uhr

Statt ans alte Haus anzubauen, wird in Neunkirchen eine neue Schule entstehen. Allerdings denkt man noch über einen geeigneten Platz für den Neubau nach. © Pauline Lindner


Die Grundschule Neunkirchen ist vierzügig und braucht deshalb mindestens 16 Klassenzimmer. Ein Anbau an das bestehende Gebäude aus den 60er Jahren wäre unumgänglich gewesen. Deshalb hatte der Marktgemeinderat das Architekturbüro Pasemann und Schierlein mit einem Kostenvergleich zwischen Generalsanierung mit Anbau und einem Neubau beauftragt.

Nach dem Raumprogramm der Regierung braucht die Neunkirchner Schule eine Fläche von 5700 Quadratmetern. Nach den üblichen Richtwerten für Schulhäuser kommt ein Neubau auf 9,1 Millionen Euro. Hinzu kommt noch eine Einfachturnhalle, die nach Lutz Pasemann 1,3 Millonen Euro kosten wird. Die Räume für den Hort hat der Architekt auf 1,54 Millionen Euro geschätzt. Samt Abrisskosten für das alte Gebäude, die auf rund 500.000 Euro veranschlagt werden, erreicht das Gesamtprojekt die Summe von knapp 15 Millionen Euro.

Das größte Problem bei einer Generalsanierung ist, dass die Flure und Klassenräume nicht auf einer Ebene liegen. Das müsste geändert werden, um das Haus barrierefrei zu machen. Dazu kämen wegen des Brandschutzes zwei Treppenhäuser mit mindestens einem Aufzug, damit bis auf Aula und Sportbereich alles auf einer Ebene läge. Insgesamt errechnete Pasemann dafür Kosten um die 14 Millionen Euro. Den nötigen Erweiterungsbau setzte er mit 3,2 Millionen Euro an.

Schulleiterin Beate Kuen erläuterte dem Marktgemeinderat, wie der Raumbedarf berechnet werde. Neuerdings arbeite man in größeren und kleineren Gruppen. Dazu müssen derzeit die Lehrkräfte die Schüler auf Gänge und Keller verteilen weil die Räume nicht ausreichen. Sogar die Forscherwerkstatt zum selbständigen Erarbeiten von Wissen müsse jedesmal auf- und abgebaut werden.

Da Neunkirchen seit 2016 eine Offene Ganztagsschule betreibt, sind für diese Schüler Spiel- und Ruheräume nötig. Das lässt sich, so Kuen, zum Teil durch Doppelnutzung schaffen, aber es fehlen Lagerräume für das Unterrichtsmaterial.

Da es im kommenden Schuljahr vier Eingangsklassen geben wird, muss voraussichtlich ein Container aufgestellt werden. Die Rektorin sieht zudem wachsenden Betreuungsbedarf am Nachmittag. Eine logistische Meisterleistung sei es bereits jetzt, die Bläserklassen — in Kooperation mit der Jugend- und Trachtenkaplle — zeitgleich in ihren Instrumenten zu unterrichten. So bilden die dritten Klassen zwölf Bläsergruppen und eine Chorgruppe. „Am Mittwochvormittag brauchen wir also 22 Räume“, schilderte Kuen das Problem.

Da im Rat die Meinung vertreten wurde, dass aus dem „alten Haus nie eine moderne Schule“ werde, und Kuen überzeugend von der Aufbruchstimmung im Kollegium berichtete, war man schnell der einhelligen Meinung, einen Neubau hinzustellen. 

Pauline Lindner

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