Dienstag, 25.09.2018

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Oesdorfer Jagd verlief unter Polizeischutz reibungslos

Im Vorfeld bedrohte Organisatoren betonen Notwendigkeit des Abschusses - 06.12.2017 08:00 Uhr

Während die Organisatoren die Notwendigkeit ihrer Abschüsse betonen, gab es Drohungen gegen die umstrittene Jagdveranstaltung im Oesdorfer Revier. © Foto: Alexander Hitschfel


Ein bisschen sieht der Parkplatz vor dem Wimmelbacher Sportgelände aus wie ein riesengroßer Schlachthof, es riecht nach Blut und Innereien – ein nicht unbedingt schöner Anblick. Es schlägt die Stunde der Veterinäre des Forchheimer Landratsamtes, die von jedem erlegten Tier, welches feinsäuberlich mit einer Nummer registriert wurde, verschiedene Proben entnehmen. Dann werden die Körper geöffnet und nach Entfernung der Organe gewogen.

Die Fließbandarbeit haben zuvor 200 Teilnehmer bei der größten Jagdveranstaltung im Landkreis Forchheim verursacht. Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz von den Bayerischen Staatsforsten ist zufrieden mit dem Verlauf der Nikolausjagd.

Wichtig für die Natur

Keilholz nicht müdezu betonen, wie wichtig solche Jagden für die Natur seien, denn Wildschwein und Co. würden immer wieder große Schäden an Wald und Flur anrichten. Außerdem gelte es auch, die Schwarzkittelbestände zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest gering zu halten. Rund 8000 Euro spülen 65 tote Wildschweine und 35 tote Rehe innerhalb von nur wenigen Stunden in die Kassen der Bayerischen Staatsforsten gespült. Natürlich habe man auch jede Menge Ausgaben für die Organisation, erklärt Keilholz. Der Ablauf: reibungslos. Doch diesmal war ein entscheidender Umstand anders.

Nach einer Zeitungsberichterstattung über eine Jagd am Edelmannsberg im Landkreis Bamberg Anfang des Jahres 2017, stand Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz in der öffentlichen Kritik. Angeblich sollen die vereinbarten Abschusszahlen deutlich überschritten worden seien. Bayerns Jägerpräsident Jürgen Vocke hatte im August in der Augsburger Allgemeinen die Drückjagd auf Rehe, bei denen das Wild mit Hunden den Schützen zugetrieben wird, als generell für nicht akzeptabel bezeichnet. Gegen gleich mehrere Verantwortliche wurden Strafanzeigen erstattet; auch personelle Konsequenzen wurden gefordert. Nach dem Aufschrei seien gegen Keilholz und den Oesdorfer Revierförster Erich Daum anonyme Drohbriefe eingegangen, berichteten die beiden übereinstimmend. Von Seiten der Polizei hatte man offensichtlich die Drohungen ernst genommen und eine Polizeistreife abgestellt. Die Abschusszahlen der Nikolausjagd in Oesdorf würden dazu beitragen, den aufgestellten Abschussplan zu erfüllen, teilt Daum mit. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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